Marktberichte

US-Quartalszahlen helfen Dax im Aufschwung

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(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Der EU-Gipfel am Donnerstag scheint für die Anleger noch in weiter Ferne - oder sie spekulieren bereits auf eine Lösung der Schuldenproblematik. Egal, die Kurse steigen. Dax und Co. versuchen sich an alten Kursmarken und bekommen Unterstützung von der Wall Street, denn dort nimmt die Berichtssaison Fahrt auf.

Der deutsche Aktienmarkt wartet am Dienstag mit deutlichen Gewinnen auf. Nachdem am Morgen vor allem die Anhebung der Jahresziele bei IBM die Stimmung der Anleger aufgehellt hatte, konnte auch ein etwas differenziert ausgefallener ZEW-Index dieLaune am Markt nicht trüben.

Am Nachmittag sorgten dann weitere positive Quartalsberichte aus den USA dafür, dass am Ende beim Dax ein Plus von 1,2 Prozent und 7193 Punkte zu Buche standen. Der MDax verbesserte sich um 0,5 Prozent auf 10.629 Zähler und der TecDax legte 2,4 Prozent auf 839 Stellen zu.

Die ZEW-Konjunkturerwartungen fielen im Juli bereits den fünften Monat in Folge und überdies stärker als erwartet. Das Barometer sank von minus 9,0 auf minus 15,1 Punkte, teilte das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) mit. Analysten hatten lediglich mit minus 12,4 Zählern gerechnet. Der Index für die aktuelle Lage stieg dagegen um 3,0 auf 90,6 Punkte.

"Vor dem Hintergrund des instabilen weltwirtschaftlichen Umfeldes stellt sich die Frage, wie lange der Konjunkturmotor noch mit der derzeitig hohen Drehzahl laufen wird", sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. Die Schuldenprobleme in einigen Euro-Ländern dämpften nach wie vor die Stimmung.

Banken und Techies gefragt

Zu den größten Gewinnern zählten nach den deutlichen Abschlägen am Vortag lange Zeit die Finanzwerte. Commerzbank notierten zwischenzeitlich bis zu 5 Prozent fester, am Ende drehten die Titel aber rund 1 Prozent ins Minus. Deutsche Bank legten um 1,6 Prozent zu.

Auch Tech-Werte waren gefragt - dank IBM: Infineon gehörten mit einem Plus von 4,8 Prozent zu den größten Gewinnern im Leitindex. Die Aktien des Chipentwicklers Dialog Semiconductor verteuerten sich im TecDax um 6,6 Prozent. Stärker legten in dem Index nur noch Software AG mit einem Aufschlag von 7,1 Prozent zu. IBM, der weltgrößte IT-Dienstleister, verheißt ein gutes Jahr für Technologiebranche. "Das stimmt hoffnungsvoll und hilft den Anlegern, sich ein bisschen von der Schuldenmisere in den USA und Europa abzulenken", sagte ein Händler.

Gerüchte um Adidas

Mit deutlichen Abgaben von 3,1 Prozent warteten Adidas auf. Grund ist die Sorge vor schwachen Quartalszahlen: "Wir haben gehörten, dass Analysten Bedenken wegen der Entwicklung im zweiten Quartal haben", sagte ein Börsianer. Adidas lehnte einen Kommentar zu den Spekulationen ab. Der Sportkonzern legt seine Zahlen am 4. August vor.

KlöCo rocken MDax

Gute Zahlen von Steel Dynamics gaben Händlern zufolge dem Stahlhändler Klöckner & Co (KlöCo) Auftrieb. Der Kurs des US-Mitbewerbers gewann nachbörslich fast 4 Prozent. "Sowohl die Preise als auch die Margen haben sich günstig entwickelt", so ein Händler. KlöCo schlossen 1,9 Prozent fester.

Ein skeptischer Kommentar von JP Morgan brachte Symrise laut Händlern ins Straucheln. Die Aktien des Duft- und Aromenherstellers notierten mit einem Abschlag von 3,4 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit Mitte März. Eine schwächere Nachfrage und höhere Rohstoffpreise sollten sich bei den Zahlen zum zweiten Quartal negativ bemerkbar machen, schrieben die Analysten von JP Morgan. Sie senkten das Kursziel für die mit "Neutral" bewerteten Aktien auf 22 von 25 Euro.

Praktiker zogen - trotz kritischer Analystenkommentare - rund 1,1 Prozent an. Seit der Gewinnwarnung des Unternehmens am 1. Juli haben die Aktien bereits mehr als 50 Prozent an Wert verloren. Laut Händlern erwarten die Analysten der Commerzbank, dass die Umsätze bei Praktiker im zweiten Quartal und ersten Halbjahr deutlich gesunken sind. Genaue Zahlen will das Unternehmen mit seinem Halbjahresbericht am 27. Juli veröffentlichen. Die Commerzbank-Analysten, die die Aktien zum Verkauf empfehlen, senkten das Kursziel von 4,50 auf 2,50 Euro.

Sonne satt bei Phoenix

Im TecDax kletterten Phoenix Solar nach einem Großauftrag um 2,3 Prozent. Der für die Solarindustrie produzierende Anlagenbauer hatte am Morgen mitgeteilt, Solarkraftwerke mit insgesamt 24 Megawatt Spitzenleistung in Frankreich zu bauen. Nach Unternehmensangaben ist das der bisher größte Auslandsauftrag. "Gute Nachrichten für Solarunternehmen sind derzeit selten, das dürfte den Anlegern also gefallen", sagte ein Händler.

Eine Gewinnwarnung ließ dagegen Solon absacken - in der Spitze um rund 16 Prozent auf ein Rekordtief von 1,81 Euro - um knapp 4,8 Prozent uum Handelsende. Das Solar-Unternehmen senkte wegen einer schwachen Nachfrage seine Umsatzerwartung für das laufende Geschäftsjahr um mehr als 100 Mio. Euro auf nunmehr 500 Mio. Euro. Solon hatte schon einmal im Mai seine Umsatzprognose zurückgenommen. Beim Konzernergebnis sei ein deutlicher Verlust zu erwarten, hieß es weiter. Noch Ende März hatte Solon für 2011 ein ausgeglichenes Nettoergebnis in Aussicht gestellt.

Quelle: n-tv.de, bad/rts/DJ/dpa

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