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Schwacher Yen beflügelt Nikkei Dax tritt weiter auf der Stelle

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Die Aussichten zum Wochenstart reißen die Börsianer nicht gerade vom Stuhl.

(Foto: imago/fotoimedia)

Es ist ein trüber Wochenstart an der Frankfurter Börse: Während der Nikkei in Japan auf ein neues Jahreshoch klettert, bewegt sich beim Dax im Morgenhandel kaum etwas. Anleger suchen nach neuen Impulsen - doch der Terminkalender ist gähnend leer.

Zum Wochenauftakt wird der Dax Börsianern zufolge wenig verändert starten. Am Freitag hatten die Zweifel an einem US-Wirtschaftsboom den Leitindex 0,2 Prozent ins Minus auf 10.664,56 Punkte gedrückt. Abgesehen von der Hauptversammlung von Borussia Dortmund stehen nur wenige Termine an. Auch der Kalender für Konjunkturdaten ist leer. An der Wall Street hatten sich die US-Indizes nach Börsenschluss in Deutschland kaum bewegt. Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 beendeten die Sitzung jeweils 0,2 Prozent im Minus.

Zudem sprechen die Vorgaben aus Asien Börsianern zufolge gegen größere Kursgewinne. Die Gewinne des Nikkei-Indexes seien in erster Linie dem schwachen Yen geschuldet. "Und der ebenfalls schwache Euro hat die europäischen Aktien zuletzt schon nicht mehr gestützt", sagt ein Händler. Die Gemeinschaftswährung stabilisiert sich im frühen Handel zum US-Dollar bei 1,06 nach einer zehntägigen Verluststrecke.

Für Interesse dürfte die Facebook-Aktie sorgen - schon im nachbörslichen US-Handel am Freitag legte die Aktie des Unternehmens um 1,3 Prozent zu. Facebook will einen Teil des hohen Bargeldbestandes in den Rückkauf eigener Aktien investieren. Bis zu sechs Milliarden US-Dollar sollen für den ersten Rückkauf seit dem Börsengang vor vier Jahren ausgegeben werden, teilte der Internetkonzern mit. Facebook verfügt über 26 Milliarden Dollar an Barmitteln. Der Rückkauf der Class-A-Aktien soll im ersten Quartal beginnen. Entscheidend für die Käufe sei das Marktumfeld und letztlich auch der Kurs der Facebook-Aktie, hieß es.

Asien: Nikkei weiter im Höhenflug

Konkret schloss der Nikkei-225 mit 0,8 Prozent fester auf 18.106 Punkten und damit auf dem höchsten Stand seit Anfang Januar. Der Dollar steigt zur japanischen Währung weiter auf 111,10 Yen je Dollar. Grund ist die Erwartung steigender US-Leitzinsen. Daneben profitiert der Markt aber auch von einer relativ guten Wirtschaftsentwicklung. Die Exporte der japanischen Unternehmen gingen zwar im Oktober im Jahresvergleich um 10,3 Prozent zurück. "Der Markt schaut aber nach vorne", sagt ein Teilnehmer.

Zudem hellten sich die Exportaussichten - zum einen durch den schwächeren Yen, zum anderen aber auch durch die besseren Wirtschaftsaussichten in anderen asiatischen Ländern wie China. "Die chinesische Wirtschaft hat sich stabilisiert und ist aus der Deflation herausgekommen", sagt Erwin Sanft, bei der australischen Macquarie-Bank zuständig für die Anlagestrategie in China. "Die fundamentalen Trends sind gut", sagt er. Die Börse in Schanghai gewinnt am Morgen, gemessen am Schanghai-Composite, 0,6 Prozent. Auf der Gewinnerseite stehen die Aktien der Versicherungsunternehmen an der Spitze, zusammen mit Schiffsbauern und Titeln der Bauindustrie.

Devisen: Dollar rückt wieder in Fokus

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar ,00

Der Euro hat sich am Morgen etwas von seinen deutlichen Verlusten an den vergangenen Handelstagen erholt. Die Gemeinschaftswährung kostete 1,0610 US-Dollar und damit etwas mehr als am Freitagabend. Dennoch liegt der Euro nur knapp über seinem elfmonatigen Tiefstand von vergangener Woche. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Euro-Referenzkurs am Freitagnachmittag auf 1,0629 Dollar festgesetzt.

Zum Wochenstart stehen weder in Europa noch in den USA nennenswerte Konjunkturdaten an. Damit dürfte die allgemeine Stimmung an den Finanzmärkten die Richtung am Devisenmarkt vorgeben. "Der Startschuss für die Jahresendrally war der Verfall am Freitag jedenfalls nicht", sagt ein Händler. Am späten Nachmittag will sich EZB-Präsident Mario Draghi im Rahmen einer Plenardebatte über den Jahresbericht der Notenbank im Europäischen Parlament äußern.

Rohstoffe: Ölpreis legt deutlich zu

Am Ölmarkt zeigten sich die Preise volatil. Sie bewegten sich in einem Spannungsfeld zwischen der belastenden Dollar-Stärke und der Hoffnung auf eine Einigung der Opec auf eine Fördermengenbegrenzung Ende des Monats. WTI stieg zum US-Settlement um 0,6 Prozent auf 45,69 Dollar, Brent kletterte um 0,8 Prozent auf 46,86 Dollar. Auf Wochensicht legten die Ölpreise um gut 5 Prozent zu. "Die Konsolidierung der vergangenen Tage dürfte zu Ende gehen", hatte ein Marktteilnehmer am Morgen prognostiziert.

Die Händler verweisen auf neue diplomatische Anstrengungen innerhalb der Opec zur Senkung der Öl-Fördermengen. Der Irak will neue Vorschläge zu einer Begrenzung vorlegen und aus dem Iran kommen optimistische Stimmen, ein Durchbruch in den Verhandlungen sei sehr wahrscheinlich. Der iranische Ölminister deutete an, Ziel könnte ein Ölpreis von 55 Dollar je Barrel sein. Bisher waren die Verhandlungen unter anderem am Streit zwischen Saudi-Arabien und dem Iran gescheitert. Das nächste Opec-Treffen ist für den 30. November in Wien angesetzt.

Bei den Industriemetallen zieht unter anderem Kupfer deutlich an. Gestützt werden die Preise laut Marktteilnehmern von Hinweisen auf höhere Kupferimporte Chinas.

Quelle: n-tv.de, jug/rts/DJ/dpa

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