Marktberichte

Honeywell warnte Dow zuckte zurück

Freitag, der 13. machte seinem Ruf an den US-Aktienbörsen alle Ehre - neben einer Terrorwarnung in Florida drückten auch noch die Sorgen um einen Krieg zwischen den USA und dem Irak, das überraschend schwache Verbrauchervertrauen sowie eine Gewinnwarnung des Dow-Jones-Wertes Honeywell die Stimmung. Die Indizes reagierten allerdings uneinheitlich auf die Hiobsbotschaften. Der Dow Jones fiel 0,8 Prozent auf 8.313 Punkte, für die Nasdaq ging es dagegen 0,9 Prozent auf 1.291 Punkte nach oben.

Die Polizei im US-Bundesstaat Florida hat nach eigenen Angaben am Freitag nach einer Terrorismus-Warnung drei Personen festgenommen und die wichtigste Ost-West-Straße im Süden Floridas gesperrt. Die Meldung über einen möglichen Terroranschlag in Florida habe die Anleger noch weiter verunsichert, so ein Händler. Dabei seien die Sorgen um einen Krieg zwischen den USA und dem Irak nach der Rede von US-Präsident Bush vor der UN-Vollversammlung am Donnerstag nicht kleiner geworden. Bush hatte in seiner Rede ein Handeln gegen den Irak als unvermeidlich bezeichnet, sollte das Land nicht sofort auf die Entwicklung von Massenvernichtungswaffen verzichten.

Von der Konjunkturseite gab es vor Börsenbeginn unterschiedliche Meldungen. Während der US-Einzelhandelsumsatz im August um 0,8 Prozent und damit stärker als von Analysten erwartet gestiegen ist, blieben die Erzeugerpreise im August unverändert gegenüber dem Vormonat und damit unter den Expertenschätzungen, die einen Anstieg um 0,2 Prozent prognostiziert hatten.

Nach Börseneröffnung wurde dann noch der vorläufige Index des Verbrauchervertrauens der Universität Michigan für den September veröffentlich, der überraschend deutlich auf 86,2 Punkte fiel. Analysten hatten nur mit einem leichten Rückgang auf 87,5 Punkte nach 87,6 Punkten im Vormonat gerechnet.

Bereits am Donnerstagabend nach Börsenschluss schockte der Mischkonzern Honeywell seine Anleger mit einer Gewinnwarnung für das dritte Quartal und das Gesamtjahr. Grund für die Senkung der Prognosen sei die schwache Konjunktur in den USA, insbesondere im Flugzeugbau, so ein Händler. Honeywell stellt unter anderem komplette Steuerungssysteme für Linienflugzeuge her. Der Konzern rechnet im laufenden Quartal nun mit einem Gewinn je Aktie zwischen 50 und 52 Cent und für das Gesamtjahr mit 2,00 bis 2,05 Dollar. Analysten hatten bislang für das dritte Quartal einen Überschuss je Anteilsschein von 60 Cent und 2,27 Dollar für das Gesamtjahr prognostiziert. Die Aktie brach 16,9 Prozent auf 23,56 Dollar ein. Für den wichtigsten Wettbewerber Rockwell Collins ging es 5,1 Prozent auf 20,25 Dollar ins Minus.

Der neuerliche Terrorverdacht in Florida lastete auf den Kursen der Fluggesellschaften. Die Aktie von AMR, der Muttergesellschaft von American Airlines, fiel um 17,2 Prozent auf 7,36 Dollar. Das gleiche Schicksal traf auch die Muttergesellschaft von United Airlines, UAL, die um 3,2 Prozent auf 2,70 Dollar nachgab. Delta Airlines büßte 6,2 Prozent ein und schloss bei 14,97 Dollar, Continental Airlines verlor 4,0 Prozent auf 8,55 Dollar. Am wenigsten hat es Northwest Airlines getroffen, die nur 3,2 Prozent auf 8,85 Dollar nachgab.

Die Aktionäre von Lucent Technologies sind schlechte Nachrichten zwar schon gewohnt, zeigten sich von der erneuten Gewinnwarnung des Telekom-Ausrüsters aber ebenfalls nur wenig angetan. Lucent erwartet angesichts der anhaltenden Branchenschwäche im dritten Quartal einen Umsatzeinbruch um bis zu 25 Prozent gegenüber dem Vorquartal, der Gewinn vor Sonderposten wird nach Lucent-Angaben bei 45 Cent je Aktie liegen und damit deutlich über den Erwartungen von Analysten, die im Schnitt nur mit einem Fehlbetrag von 16 Cent gerechnet hatten. Die Papiere brachen 23,2 Prozent auf 1,26 Dollar ein.

Gute Nachrichten gab es dagegen vom Grafik-Software-Hersteller Adobe Systems. Im dritten Quartal hat das Unternehmen 19 Cent je Aktie verdient und damit die Analystenschätzungen übertroffen. Positiv fiel auch der Ausblick für das laufende vierte Quartal aus: Adobe rechnet mit weiter steigenden Gewinnen. Die Aktie legte um 12,6 Prozent auf 20,77 Dollar zu.

Quelle: ntv.de

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