Marktberichte

Ölpreise ziehen an Gold so teuer wie nie

Der Goldpreis macht wieder mal mit neuen Rekordständen von sich Reden. Auf der Nordhalbkugel beginnt die Heizperiode mit unerwartet tiefen Temperaturen und steigenden Notierungen beim Rohöl.

Gold_Silber.jpg

Ein Armreif aus Palladiumweißgold.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Goldpreis ist auf neue Rekordstände gestiegen. Sowohl in Dollar als auch in Euro gerechnet war Gold so teuer wie nie. In Dollar kletterte der Preis für eine Feinunze (rund 31,1 Gramm) bis auf 1428,60 US-Dollar. Damit wurde der Vortagesrekord um gut einen Dollar übertroffen. In Euro gerechnet legte der Goldpreis in der Spitze bis auf 1072,03 Euro zu.

Auch Silber bleibt bei Anlegern gefragt: Die Marke von 30 US-Dollar pro Unze überwand das auch in der Industrie gefragte Metall mühelos. Ungewöhnlich sei, dass sowohl das als sicherer Hafen gesuchte Gold als auch Aktien derzeit auf große Nachfrage stießen, hieß es im Handel.

"Der Höhenflug der Edelmetalle setzt sich ungebremst fort", heißt es in einer Studie der Commerzbank. Ausschlaggebend für den jüngsten Anstieg seien die Unsicherheiten mit Blick auf die Schuldenkrise in den Euro-Peripherieländern sowie die mögliche weitere Lockerung der US-Geldpolitik. Dies hatte US-Notenbankchef Ben Bernanke am Wochenende angedeutet. Zudem bleibe die Unsicherheit im Euro-Raum groß. Weder eine Ausweitung des Euro-Rettungsschirms noch die Idee einer Euroraum-Anleihe sei am Montag ernsthaft von den Finanzministern der Eurozone diskutiert worden.

Unruhen verteuern Kakao

Die politischen Unruhen in der Elfenbeinküste trieben die Weltmarktpreise für Kakao weiter in die Höhe. Der an der ICE gehandelte März-Kontrakt stieg um bis zu 1,1 Prozent 2966 Dollar je Tonne. Der Londoner Future notierte in der Spitze ebenfalls 1,1 Prozent höher bei 1980 Pfund je Tonne. Damit erreichten beide den höchsten Stand seit knapp sechs Wochen.

In der Elfenbeinküste, dem weltgrößten Kakao-Exporteur, streiten der bisherige Amtsinhaber Laurent Gbagbo und sein von der Wahlkommission zum Sieger der Präsidentschaftswahlen ausgerufene Herausforderer Alassane Ouattara um die Macht. Vermittlungsgespräche unter Führung des ehemaligen südafrikanischen Präsidenten Thabo Mbeki blieben zunächst erfolglos. Der Verfall der Kakaopreise hatte das Land vor Jahren an den Rand eines Bürgerkriegs getragen.

Kälte treibt Ölpreis

Klirrende Kälte in Europa und den USA hat den Ölpreis zu Wochenbeginn weiter in die Höhe getrieben. Für den Nordosten der USA - den größten Heizöl-Markt der Welt - sagten Meteorologen zudem anhaltend unterdurchschnittliche Temperaturen voraus. Ein Barrel der US-Sorte WTI verteuerte sich um bis zu 0,6 Prozent auf 89,76 Dollar. Nordsee-Öl Brent notierte in der Spitze 0,7 Prozent fester bei 92,03 Dollar. Damit waren beide Sorten so teuer wie seit Anfang Oktober 2008 nicht mehr.

Neben dem Winterwetter stützte die aktuelle Dollar-Schwäche den Ölpreis. Die US-Valuta litt unter Spekulationen um eine Ausweitung des Anleihe-Ankaufprogramms der US-Notenbank über das bisher angepeilte Volumen von 600 Mrd. Dollar hinaus.

"Der Dollar kommt weiter unter Druck. Ich wäre nicht überrascht, wenn der Ölpreis im Laufe der Woche die Marken von 91 und 92 Dollar überspringt", sagte Peter McGuire, unabhängiger Rohstoff-Stratege in Sydney.

Quelle: ntv.de, dpa/rts