Marktberichte

Die Rally geht weiter Goldpreis auf Rekordniveau

An den Rohstoffmärkten scheinen die Preise derzeit nur eine Richtung zu kennen: nach oben. Auch Gold wird immer teurer, seit Ende 2009 hat das Edelmetall inzwischen knapp ein Viertel an Wert gewonnen.

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Der Goldpreis klettert weiter - sehr zur Freude dieser Händlerin in Tripolis.

(Foto: REUTERS)

Die Flucht von Anlegern aus dem Dollar in Gold geht weiter. Die Feinunze des Edelmetalls verteuerte sich um bis zu 1,4 Prozent auf ein neues Rekordhoch von 1364,60 Dollar. Damit hat sich Gold in Dollar gerechnet im laufenden Monat bereits um 3,7 Prozent verteuert. Seit Ende 2009 hat Gold inzwischen knapp ein Viertel an Wert gewonnen.

Der Preis für das als sicherer Anlagehafen und Inflationsschutz geltende Edelmetall klettert unaufhörlich, seitdem die US-Notenbank Fed zur Stützung der weltgrößten Volkswirtschaft eine weitere Lockerung der Geldpolitik in Aussicht gestellt hat. Seitdem ist der Dollar auf Talfahrt. Am Donnerstag fiel die US-Währung auf ein Acht-Monats-Tief zum Euro und bewegte sich in der Nähe eines 15-Jahres-Tiefs zum Yen.

Auch andere Edelmetalle standen bei Anlegern hoch im Kurs. Silber verteuerte sich um bis zu 1,6 Prozent auf ein 30-Jahres-Hoch von 23,51 Dollar je Feinunze, Platin wurde mit bis zu 1723 Dollar pro Feinunze 1,7 Prozent teurer gehandelt. Wegen des Kursanstiegs des Euro profitierten Bewohner der Euro-Zone zuletzt weniger als US-Amerikaner von der Flucht ins Gold. Die Feinunze kostete mit 971,81 Euro 0,6 Prozent mehr als am Vortag. Im laufenden Monat beträgt das Plus 1,2 Prozent.

Unterdessen hat der zweitgrößte asiatische Goldverbraucher Vietnam in Aussicht gestellt, wieder Einfuhren des Metalls zuzulassen um den Preisanstieg auf dem Inlandsmarkt zu bremsen. "Ein solcher Schritt würde zu einer Ausweitung der globalen Nachfrage beitragen und den Goldpreis tendenziell stützen", heißt es in einem Marktkommentar der Commerzbank. Vietnam hatte Mitte 2008 zur Bekämpfung eines Handelsbilanzdefizits ein Importverbot für Gold verhängt.

Unterdessen stieg der Kupferpreis in Reaktion auf den schwachen Dollar erneut. Die Tonne des Industriemetalls verteuerte sich um 0,5 Prozent auf 8305 Dollar. "Es gibt eine Bewegung weg vom Papiergeld und in Rohstoffe hinein", sagte ein Händler.

Die Erwartungen weiterer Maßnahmen der US-Notenbank Fed zur Stützung der Konjunktur ließen die Ölpreise steigen. Das Fass der US-Sorte WTI verteuerte sich um 0,6 Prozent auf 83,75 Dollar und bewegte sich damit in der Nähe eines Fünf-Monats-Hochs. Das Barrel der Nordseemarke Brent wurde mit 85,40 Dollar 0,4 Prozent höher gehandelt. "Wie auch immer Konjunkturdaten ausfallen, der Markt könnte bis Anfang November weiter nach oben gehen", sagte Rohstoffderivate-Manager Ken Hasegawa vom Brokerhaus Newedge unter Hinweis auf das nächste Treffen des Offenmarktausschusses der Fed am 2. und 3. November.

Quelle: ntv.de, rts/dpa