Marktberichte

Von Rekord zu Rekord Goldpreis zieht an

Gold kostet mittlerweile in der Spitze mehr als 1312 US-Dollar je Feinunze. Experten vermuten die Auslöser in den USA und China. Silber ist so teuer wie seit 30 Jahren nicht mehr.

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(Foto: REUTERS)

Der Goldpreis hat sein zehntes Rekordhoch innerhalb von zwölf Handelstagen markiert. Das Edelmetall verteuerte sich vor auf bis zu 1312,65 Dollar je Feinunze, so viel wie nie zuvor. Den aktuellen Rekordsprung erklärten Händler vor allem mit der jüngsten Kursschwäche der US-Währung, die auf den tiefsten Stand seit etwa fünf Monaten abrutschte.

Im weiteren Verlauf gab der Preis etwas nach, blieb aber über 1300 Dollar. Zu Beginn der Woche hatte der Goldpreis erstmals diese Marke geknackt. Technisch sehe das Gold zwar überkauft aus, man könne sich aber kaum der gegenwärtig zu beobachtenden Rally in den Weg stellen, so ein Akteur.

Alle Zeichen stünden auf Kauf, sagte Ronald Leung, Chef von Lee Cheong Gold Dealers in Hongkong. "Die US-Wirtschaft ist schwach und die Fed wird bald neue Rettungspakete schnüren." Außerdem sorge die Aufwertung des Yuan für eine verstärkte Gold-Nachfrage in China.

Aus technischer Sicht könne der Goldpreis die Marke von 1340 Dollar je Feinunze testen, befinden die Marktexperten von FuturesTechs. "Im Moment scheint nichts und niemand die Party zu stören. Es geht weiter nach oben." Beim Silber halten die Experten aus technischer Sicht 24,18 Dollar für erreichbar.

Angesichts anhaltender Mittelzuflüsse bei börsennotierten Edelmetall-Fonds (ETFs) kletterte Silber auf ein neues 30-Jahres-Hoch von 21,89 Dollar. Die Bestände des weltgrößten Silber-ETF, iShares Silver Trust, stiegen den Angaben zufolge zum Dienstag auf ein Rekordhoch von 9756,04 Tonnen. "Selbst bei einem Preis von 25 Dollar ist Silber im Vergleich zu Gold noch günstig", so Rohstoff-Experte Leung.

Im Windschatten des ungebrochenen Aufwärtstrends bei Gold erreichte der Palladium-Preis den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahre. Das Edelmetall verteuerte sich auf bis zu 571 Dollar pro Feinunze und wurde am Vormittag noch mit einem Aufpreis von 1,6 Prozent bei 566 Dollar gehandelt. Platin verteuerte sich um 0,6 Prozent auf 1641 Dollar pro Feinunze. Die Nachfrage nach den beiden unter anderem zur Herstellung von Autokatalysatoren verwendeten Metallen nahm zu, nachdem der Goldpreis im frühen Handel auf einen neuen Rekordstand geklettert war.

Der Kupferpreis knackte erstmals seit Mitte April wieder die Marke von 8000 Dollar. Das Industriemetall verteuerte sich an der London Metal Exchange (LME) um 0,8 Prozent auf 8012 Dollar je Tonne. Händler machten auch dafür den schwachen Dollar verantwortlich - eine schwache US-Währung drückt die Metallpreise für Investoren außerhalb des Dollar-Raumes und macht sie somit attraktiver.

Auch außerhalb der Metallmärkte gab es Bewegung: Der schwache Dollar, gute Industriedaten aus China und ein Rückgang der Rohöl-Lagerbestände in den USA stützten die Ölpreise. Die US-Sorte WTI verteuerte sich um 0,2 Prozent auf 76,32 Dollar pro Barrel. Die Nordsee-Sorte Brent wurde ebenfalls mit einem Plus von 0,2 Prozent mit 78,81 Dollar gehandelt.

Der Einkaufsmanager-Index von HSBC für die chinesische Industrie im September war auf den höchsten Stand seit fünf Monaten gestiegen. China ist der zweitgrößte Ölverbraucher der Welt. Unterstützung erhielt der Ölpreis zudem von US-Lagerdaten. In den USA waren die Rohölbestände laut dem Branchenverband API in der Vorwoche um 2,4 Millionen Barrel zurückgegangen.

Quelle: ntv.de, DJ/rts