Marktberichte

Dow geht baden Horrortag an der Wall Street

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Die Wall Street hat mit herben Verlusten auf die enttäuschenden Zahlen der Berichtssaison reagiert.

(Foto: picture alliance / dpa)

Nicht nur in Europa, auch in den USA sorgen Quartalsberichte für lange Gesichter: Die enttäuschenden Zahlen von Industriegiganten wie Dupont und 3M drücken die New Yorker Wall Street ins Minus - und schüren die Angst vor weiteren Hiobsbotschaften.

Enttäuschende Unternehmensbilanzen haben die Anleger an der Wall Street am Dienstag in die Defensive getrieben und den US-Börsen kräftige Abschläge eingebrockt. Die Quartalszahlen und Prognosen von global tätigen Schwergewichten wie dem Chemieriesen Dupont sowie den Mischkonzernen United Technologies und 3M bestätigten die Befürchtungen vor den Folgen einer weltwirtschaftlichen Flaute.

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Viele Konzerne bekämpfen einen Gewinnrückgang mit Kostensenkungen und streichen hierzu Arbeitsplätze, was eine konjunkturelle Erholung weiter erschwert. "Es ist ein sehr schwieriges Umfeld, in dem man den Umsatz kaum steigern kann", erklärte Peter Jankovskis von OakBrook Investments.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging 1,8 Prozent schwächer mit 13.102 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 1,4 Prozent und schloss bei 1413 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq büßte 0,9 Prozent ein auf 2990 Punkte. In Frankfurt schloss der Dax 2,1 Prozent tiefer bei 7173 Punkten.

Der BASF -Rivale Dupont setzt nach einem unerwarteten Gewinneinbruch den Rotstift an und streicht weltweit 1500 Stellen. Damit reagiert der Konzern unter anderem auf eine schrumpfende Nachfrage nach Chemikalien für die Bauwirtschaft und Chemieprodukten für die Solarindustrie. Die Aktie verlor neun Prozent.

United Technologies kappte nach einem Gewinnrückgang im dritten Quartal seine Umsatzprognose. Dabei verwies der Triebwerkshersteller auf eine schwache Nachfrage von Fluggesellschaften und die unsichere Wirtschaftslage. Die Aktie gab fast ein Prozent nach.

3M senkte seine Jahresprognose wegen des starken Dollars und Kosten für Zukäufe. Die Aktie fiel um rund vier Prozent. Die Kursrückgänge dieser drei Aktien allein trugen etwa die Hälfte zu den Verlusten des Dow-Jones-Index bei.

Drei Prozent zulegen konnte dagegen die Aktie des größten Paketdienstes UPS. Der sich abkühlende Welthandel und hohe Abschreibungen brockten UPS zwar einen Gewinneinbruch ein. Bereinigt lag der operative Gewinn aber knapp auf Höhe des Vorjahres. Vor allem im internationalen Paketgeschäft konnte UPS die Rentabilität steigern. Zudem war der Ausblick nicht düster.

Auch Yahoo erfreute die Investoren. Die neue Konzernchefin will den schwächelnden Internetpionier mit einer Rückbesinnung auf alte Stärken wieder in die Erfolgsspur führen. Dies und ein höher als erwartet ausgefallener Quartalsgewinn machte Anlegern Mut: Die Aktie stieg um 5,7 Prozent.

Etwas reserviert reagierten die Anleger auf die Vorstellung des neuen Apple Mini-Tablet mit einem kleineren Bildschirm als bei dem Bestseller iPad. Die Apple-Aktie notierte 3,3 Prozent schwächer, hatte jedoch am Montag deutlich zugelegt.

Profiteure der wieder steigenden Sorgen waren die US-Staatsanleihen, die als "sicherer Hafen" verstärkt von den Anlegern angesteuert wurden. Auch die positiv verlaufene Auktion zweijähriger Notes stützte das Sentiment. Die Nachfrage war im Vergleich zum Vormonat gestiegen und lag auf dem höchsten Niveau seit November 2011. Vor allem am langen Ende des Marktes zogen die Notierungen deutlich an. Im Gegenzug reduzierte sich die Rendite zehnjähriger Benchmarktitel auf 1,76 Prozent.

Quelle: ntv.de, rts/DJ