Marktberichte

Die Fed ist erst Mittwoch Wall Street feiert zwei Allzeithochs

nyse.jpg

Da staunt man nicht schlecht: Dow und S&P-500 markieren neue Allzeithochs.

(Foto: REUTERS)

Die Fed bestimmt derzeit das Denken der US-Anleger. Schlecht ausgefallene Konjunkturdaten lassen auf eine weitere ultra-lockere Geldpolitik der Notenbank hoffen. Vor etwaigen Äußerungen zünden die Börsianer deshalb ein Kursfeuerwerk, an dessen Ende neue Rekorde stehen.

Die US-Aktienanleger setzen am Dienstag darauf, dass die Notenbank Fed auch künftig die geldpolitischen Zügel sehr locker halten wird und lassen die US-Indizes damit weiter ein Kursfeuerwerk abbrennen. "Die jüngsten Konjunkturdaten in den USA waren nicht so gut, dass sie ein Rückfahren des Anleihenkaufprogramms rechtfertigen würden", begründete Stratege Jörg Rahn von Marcard, Stein & Co die Hoffnung der Anleger. Die Fed kauft derzeit monatlich Anleihen und Immobilienpapiere über 85 Milliarden Dollar. Die nächste Zinsentscheidung wird am Mittwoch verkündet.

Der US-Leitindex Dow Jones Industrial stieg um 0,7 Prozent auf 15 680 Punkte - und damit auf den höchsten Stand in seiner 129-jährigen Geschichte. Der S&P-500 legte um 0,6 Prozent auf 1772 Punkte zu und beendete den Tag damit ebenfalls mit einer Bestmarke. Der Index der Technologuebörse Nasdaq, der anfangs zwischen Gewinnen und Verlusten gependelt hatte, gewann 0,3 Prozent auf 3392 Stellen. In Frankfurt ging der Dax 0,5 Prozent fester auf einem Rekordhoch 9022 Punkten aus dem Handel.

Panne und sinkendes Vertrauen

Unter den veröffentlichten Konjunkturdaten wiesen die Erzeugerpreise im September wider Erwarten einen Rückgang auf. Die Inflation drängt die Federal Reserve also keineswegs dazu, die geldpolitischen Zügel zu straffen. Ein überraschender Rückgang der Einzelhandelsumsätze im September und ein unerwartet deutlicher Einbruch des Verbrauchervertrauens im Oktober sprechen vielmehr dafür, der US-Wirtschaft weitere Stimuli zu gewähren.

Ob die Fed das auch so sieht, wird sich am Mittwoch zeigen. Dann wird die US-Notenbank das Ergebnis ihrer zweitägigen Zinssitzung veröffentlichen, die am heutigen Dienstag begonnen hat. Die meisten Analysten erwarten, dass die Fed an ihrem geldpolitischen Kurs festhält. Sie könnte sich in ihrem Begleitkommentar aber durchaus die Möglichkeit offen halten, noch in diesem Jahr ihre monatlichen Anleihekäufe einzuschränken. Derzeit kauft die Notenbank jeden Monat Staatsanleihen und Hypothekenpapiere für 85 Milliarden Dollar.

An der US-Technologiebörse Nasdaq gab es erneut ein Problem: Der Optionshandel sei vorübergehend unterbrochen gewesen, teilte der Börsenbetreiber mit. Es habe kurzzeitig eine Panne bei der Übermittlung einiger wichtiger Indexstände gegeben. Davon seien der Nasdaq 100 und die in Philadelphia ansässige Optionsbörse PHLX betroffen gewesen. Der Aktienhandel verlief dagegen reibungslos. Die Nasdaq untersuche nun den Vorfall. Erst im Agust war es zu einem stundenlangen Ausfall gekommen.

Apple und noch mehr

Der Quartalsbericht von Apple enttäuschte die Investoren. Apple-Aktien ließen 2,3 Prozent Federn. Trotz des Rekordabsatzes des iPhones verdiente der erfolgsverwöhnte Konzern in seinem vierten Geschäftsquartal erneut weniger. Die Gewinnmarge fiel um drei Punkte auf 37 Prozent. Seit Ende September bietet Apple eine günstigere Version des iPhone an, was weiter auf die Marge drücken dürfte.

Dem US-Pharmakonzern Pfizer macht nach wie vor die Konkurrenz mit Nachahmerprodukten zu schaffen. Der Gewinn fiel im dritten Quartal um 19 Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar. Da Pfizer aber langsam mit neuen Krebsmitteln Boden gutmacht, übertraf der Konzern die Erwartungen des Marktes. Die Aktie gewann 1,7 Prozent an Wert.

Der IT-Dienstleister IBM nimmt weitere 15 Milliarden Dollar zum Rückkauf eigener Aktien in die Hand. IBM kündigte zudem an, eine Quartalsdividende von 95 Cent je Aktie am 10. Dezember auszuschütten. IBM-Aktien verteuerten sich um 2,7 Prozent.

Die Aktien von JP Morgan drehten nach einem leichten Minus noch 0,1 Prozent ins Plus. Die vorläufige 13-Milliarden Dollar schwere Abmachung der Großbank mit dem US-Justizministerium zur Beilegung eines Hypothekenstreits droht einer Zeitung zufolge zu platzen. Grund sei ein seit langem anhaltender Konflikt zwischen der größten amerikanischen Bank und dem US-Einlagensicherungsfonds FDIC, berichtete das "Wall Street Journal".

Die Titel des Reifenherstellers Goodyear Tire & Rubber sackten nach enttäuschenden Umsätzen im dritten Quartal um fast 6 Prozent.

Ein enttäuschender Ausblick des Industriegaseherstellers Air Products drückte dessen Aktie leicht. Ein positiver Analystenkommentar trieb den Kurs von Yahoo um rund 3 Prozent nach oben. Die Analysten von Bernstein stufen die Aktie nunmehr mit "Outperform" ein.

Quelle: n-tv.de, bad/DJ/rts/dpa

Mehr zum Thema