Marktberichte

Anleger suchen "sicheren Hafen" Rezessionsangst treibt Gold

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(Foto: REUTERS)

Der Goldpreis klettert und klettert. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit von Gewinnmitnahmen steige, sprächen die schwierigen Umstände doch weiter für den sicheren Hafen Gold, heißt es in einer Studie von Barclays Capital.

Die Furcht vor einer deutlichen Abkühlung der Weltwirtschaft nimmt zu und treibt die Anleger immer weiter in den sicheren Hafen Gold. Der Preis für das Edelmetall stieg um bis zu 1,8 Prozent auf ein Rekordhoch von 1820,89 Dollar.

Seit Jahresanfang hat Gold bereits gut 28 Prozent an Wert gewonnen. "Auch das Knacken der 2000-Dollar-Marke ist drin", urteilte Peter Hillyard von der Bank ANZ. Das Vertrauen in die Märkte ist erschüttert und die Umstände bleiben schwierig."

Für Verunsicherung sorgt nicht nur, dass Anleger weiterhin auf einen tiefgreifenden Maßnahmenkatalog zur Lösung der europäischen Schuldenkrise warten. Auch der Zustand der Weltwirtschaft macht immer mehr Investoren Bauchschmerzen. Nach Einschätzung der Analysten von Morgan Stanley steht die Weltwirtschaft kurz vor einer Rezession.

Kein Weg aus der Krise?

Die Experten senkten ihre Prognosen für das weltweite Wirtschaftswachstum in diesem Jahr auf 3,9 von 4,2 Prozent. Für 2012 gehen sie nur noch von einem Wachstum von 3,8 Prozent nach zuvor 4,5 Prozent aus. Der Weg aus der Krise werde immer schwieriger, hieß es in einem Kommentar. Auch die gestiegenen US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe trugen laut Helaba-Analyst Ralf Umlauf nicht dazu bei, die konjunkturellen Sorgen zu zerstreuen.

Wie groß die Risikoscheu der Anleger ist, zeigte sich auch am Ölmarkt. Die US-Sorte WTI verbilligte sich um 3,2 Prozent auf 84,74 Dollar. Der Preis für das Nordseeöl Brent gab um 1,8 Prozent auf 108,58 Dollar nach.

Auch von Kupfer ließen die Investoren lieber die Finger: Der Preis für das Industriemetall verbilligte sich um 1,4 Prozent auf 8842 Dollar. Seit Anfang des Monats hat der Kupferpreis gut acht Prozent verloren.

Quelle: ntv.de, ddi/DJ/dpa