Marktberichte

Kurse gehen steil nach oben Stärkster Dow-Anstieg seit fast 90 Jahren

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Lachende Gesichter an der New Yorker Wall Street.

(Foto: imago images/Xinhua)

Kursfeuerwerk an der Wall Street: Der Dow Jones legt über 2000 Punkte zu und verzeichnet damit den stärksten Anstieg seit 1933. Am Markt rechnet man fest damit, dass sich der Kongress auf ein Stimuluspaket zur Bekämpfung der Folgen der Corona-Krise einigen wird. Auch Präsident Trump sorgt für gute Stimmung.

Eine rasante Rally hat die Wall Street nach oben getrieben. Der Dow-Jones-Index gewann mehr als 2000 Punkte und legte in Prozent so viel zu wie nie seit nahezu 90 Jahren. Er kletterte um 11,4 Prozent auf 20.705 Punkte. Der US-Leitindex machte damit die heftigen Verluste einer ganzen Handelswoche an einem Tag wieder wett und verzeichnete den kräftigsten Tagesgewinn seit 1933. Der S&P-500 stieg um 9,4 und der Nasdaq-Composite um 8,1 Prozent.

Am Markt wuchs die Hoffnung, dass der Kongress sich auf ein Stimuluspaket zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Coronafolgen einigen wird. Es war bereits zwei Mal im Senat gescheitert. Nun war von den Verhandlungsführern Chuck Schumer und Finanzminister Steven Mnuchin zu hören, man sei nah an einer Einigung.

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Auch Aussagen von US-Präsident Donald Trump kamen an den Märkten gut an. Er will die wegen der Pandemie erlassenen Maßnahmen aus wirtschaftlichen Gründen möglichst bald wieder lockern. Er nannte trotz der Warnungen von Experten Ostern als Termin für eine möglichst weitgehende Wiederöffnung.

Am Aktienmarkt wurden die abgestürzten Titel gekauft. Bei den Branchen waren dies zum Beispiel Verbraucherdienstleistungen (+16 Prozent), zu denen auch Reiseunternehmen und Restaurants gehören. Auch der Automobil- (+17 Prozent) und der Energiesektor (+16 Prozent) waren stark gesucht.

Bei Einzelwerten haussierten etwa die Aktien der Fluglinie American Airlines um 36 Prozent, die des Mode-Einzelhändlers L Brands um 39 Prozent oder des Kreuzfahrtanbieter Royal Caribbean um 22 Prozent. Im Dow stiegen Boeing, American Express und Chevron um 20 Prozent oder mehr.

Gold in USD
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Die US-Notenbank Federal Reserve hatte am Montag angekündigt, in quasi unbegrenztem Umfang Wertpapiere zu kaufen, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie zu lindern. Die Erleichterung darüber kam verzögert erst am Dienstag an der Wall Street an. Händler berichteten, dass Investoren trotz der Ausbreitung des Coronavirus in und außerhalb der USA wieder etwas Mut fassten.

Allerdings lasteten die Rezessionssorgen weiter schwer auf dem Markt. "Dies sind klassische Bärenmarktbewegungen. Es gibt kein massives Vertrauen oder eine entsprechende Überzeugung", stellte Investmentstratege David Coombs von Rathbones Investment Management die sich abzeichnende Erholungsbewegung in Frage.

Dollar schwächer, Ölpreise gestützt

Der zuletzt stark gesuchte Dollar geriet unter Druck. Der Dollarindex büßte 1,1 Prozent ein. Händler werteten die Dollarschwäche als Zeichen der Entspannung. Noch am Vortag hatte diese wichtige Relation des Greenback zu einem Währungskorb noch das höchste Niveau seit 2002 erreicht. Allerdings sahen Marktbeobachter hinter der Dollar-Schwäche auch die Maßnahmen der Fed, die zu einer gigantischen Aufblähung der Bilanz führen dürften und letztlich Inflation bedeuten können.

Brent Rohöl
Brent Rohöl 29,38

Geldschwemme, Inflationssorgen und Dollar-Schwäche spielten der Krisenwährung Gold in die Hände. Die Feinunze verteuerte sich um 3,7 Prozent auf 1.624 US-Dollar. Im Windschatten der gefragten Aktien standen Anleihen, die verkauft wurden. Sinkende Notierungen am US-Rentenmarkt treiben die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen um 5,3 Basispunkte auf 0,84 Prozent - trotz der Aussicht einer extremen Nachfrage durch die Fed.

Am Ölmarkt war vor allem die US-Sorte WTI gefragt. Hier stützten Aussagen von US-Präsident Donald Trump, der auf ein baldiges Hochfahren der Wirtschaft setzt. US-Leichtöl der Sorte WTI stieg um 2,4 Prozent auf 24,00 Dollar je Fass, Nordseeöl der Sorte Brent um 0,4 Prozent auf 27,13 Dollar.

Die Corona-Krise macht auch vor Twitter nicht Halt. Wie schon etliche andere Unternehmen musste auch der Betreiber des Kurznachrichtendiensts seinen Ausblick zurückziehen. Die Aktie legte dennoch um knapp 5 Prozent zu, da der Dienst aufgrund der Ausgangssperren und Kontaktverbote stärker genutzt wird. Im Vergleich zum Vorjahr sind 23 Prozent mehr Nutzer auf Twitter aktiv.

Quelle: ntv.de, wne/DJ