Marktberichte

Nach nervösem Tag US-Daten beruhigen Dax

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Zum Schluss ging es für den angeschlagenen Dax doch noch einigermaßen glimpflich aus.

(Foto: dapd)

Die Nervosität unter Anlegern sorgt zum Wochenstart für zwei kräftige Kursbewegungen. Am Vormittag geht es mit den jüngsten Nachrichten aus der Ukraine zunächst deutlich nach unten. Am Nachmittag überzeugen gute Konjunkturdaten aus den USA.

Die anhaltenden Kämpfe in der Ukraine zwischen der Regierung und pro-russischen Separatisten haben für Unruhe an den internationalen Aktienmärkten gesorgt. Dank Hoffnungen auf eine weitere Lockerung der europäischen Geldpolitik und der Stabilisierung der Wall Street machten Dax und EuroStoxx50 ihre Verluste am Nachmittag allerdings größtenteils wett.

Der deutsche Leitindex verabschiedete sich mit einem Minus von 0,3 Prozent bei 9529,50 Punkten in den Feierabend und sein pan-europäisches Pendant büßte 0,2 Prozent auf 3171,60 Zähler ein. Im Tagesverlauf hatten die beiden zeitweise 1,5 Prozent tiefer notiert. In den USA machten Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 ihre Eröffnungsverluste fast vollständig wett und notierten bei Xetra-Schluss in Deutschland kaum verändert.

Seit längerem wird an den Finanzmärkten darüber spekuliert, ob und wann die EZB ihre Geldpolitik lockert, um eine möglicherweise drohende Deflation abzuwenden. Experten rechnen allerdings frühestens im Juni mit einem solchen Schritt. Der Euro kostete 1,3879 Dollar nach 1,3870 Dollar zum New Yorker Freitagsschluss. Der Bund-Future gab 14 Ticks auf 144,66 Punkte nach.

Ukraine-Krise macht Sorgen

Hauptgesprächsthema auf dem Börsenparkett blieb aber die Ukraine-Krise. "Man kann nicht wirklich von einer Entspannung der Lage sprechen", sagte Jens Klatt, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses FXCM. "Trotz der Freilassung der OSZE-Beobachter eskaliert die Situation zwischen pro-russischen Separatisten und der ukrainischen Armee weiter." Für den Aktienhändler Markus Huber vom Brokerhaus Peregrine & Black wird daher eine Intervention Russlands immer wahrscheinlicher.

In der Ukraine toben heftige Kämpfe, vor allem rund um die Separatisten-Hochburg Slawjansk und in Odessa am Schwarzen Meer. Der Leitindex der in Warschau gelisteten ukrainischen Unternehmen brach daraufhin um 3,4 Prozent ein. Aus Sicht von LBBW-Analyst Wolfgang Albrecht ähneln die Zustände in der Ukraine immer mehr einem Bürgerkrieg.

Vor diesem Hintergrund schichteten einige Anleger ihr Geld in die "Anti-Krisenwährung" Gold um. Der Preis des Edelmetalls stieg um bis zu 1,2 Prozent auf ein Drei-Wochen-Hoch von 1315,60 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

Teils kräftige Kursbewegungen gab es bei einigen Einzelwerten. Als "schlechte Nachricht" für SAP bezeichneten Händler den Weggang des Technikvorstands. "Das bringt Unruhe in das Unternehmen, nachdem letztes Jahr schon zwei Vorstände gegangen waren", sagte ein Händler. Die Societe Generale sah das ähnlich. Allerdings bewertete sie die operative Bedeutung geringer als Investoren anscheinend befürchteten. Die Aktie verlor 1,8 Prozent.

Um 5,1 Prozent nach unten ging es für Wincor-Nixdorf-Papiere nach Geschäftsausweis. Die DZ-Bank sah in der ungünstigen Währungsentwicklung in den Schwellenländern eine Belastung. Die Analysten von equinet bemängelten besonders die Ertragsseite.

Den Umsatz von Wacker Chemie im ersten Quartal bewerteten die Analysten von Hauck & Aufhäuser als positive Entwicklung. Insgesamt überwog aber die Enttäuschung: Die Ergebniskennziffern verfehlten die Schätzungen der Experten sowie die Konsenserwartungen. Die ehrgeizige Bewertung setze eine nachhaltige Erholung der Preise auf dem Polysiliziummarkt voraus - dieses Szenario erscheine aber sehr unwahrscheinlich, so Hauck & Aufhäuser. Die Aktie schloss 3 Prozent leichter.

Aktien von Fuchs Petrolub gaben um 2,4 Prozent nach. Die Geschäftszahlen lagen im Rahmen der Erwartungen. Die insgesamt gesunden Aussichten spiegeln sich jedoch nach Einschätzung von Hauck & Aufhäuser bereits in der aktuellen Bewertung wider. Einen operative Wachstumstreiber können sie derzeit nicht auszumachen.

Quelle: n-tv.de, jwu/sla/rts/DJ

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