Marktberichte

US-Rekordjagd geht weiter Wall Street bringt auch Dax in Schwung

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(Foto: REUTERS)

Die Börse hofft weiter, dass Donald Trump der US-Wirtschaft Steuergeschenke macht. Die Wall Street und die Märkte in Asien haben deshalb schon angezogen. Das lässt den Dax nicht kalt. Für einen Rekord beim deutschen Leitindex reicht es aber nicht.

Der fortgesetzte Höhenflug der US-Börsen hat auch dem Dax einen kleinen Schub verliehen. Die Marke von 11.800 Punkten wurde jedoch bis zum Handelsschluss nicht gehalten. Letztlich ging der deutsche Leitindex mit einem Plus von 0,19 Prozent auf 11.793,93 Punkte aus dem Tag. Dagegen ging die Rekordjagd im MDax und im SDax weiter.

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Der Index der mittelgroßen Unternehmen schloss mit plus 0,14 Prozent auf 23.319,11 Punkte. Der Index der kleineren Standardwerte legte um 0,33 Prozent zu und schloss erstmals über 10 000 Punkten. Der Technologiewerte-Index TecDax gewann 0,46 Prozent auf 1889,91 Zähler. Etwas deutlichere Gewinne als der Dax verbuchte zudem der EuroStoxx 50 mit plus 0,45 Prozent auf 3323,71 Punkte.

Beste Werte im Dax waren die Aktien von Deutscher Bank und Commerzbank, die um 2,52 Prozent beziehungsweise 2,09 Prozent anzogen. Wie der gesamten Bankenbranche half ihnen die Hoffnung auf bald steigende US-Zinsen.

Die Lufthansa-Aktien gewannen an dritter Stelle 1,67 Prozent. Nach 14 Streiks hatten Deutschlands größte Fluggesellschaft und ihre Piloten eine erste Teillösung erreicht. Die Lufthansa und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit nahmen eine Schlichter-Empfehlung über die künftigen Pilotengehälter an. Zugleich erklärte der Konzern einseitig, 40 neue Flugzeuge nicht mehr mit Piloten zu besetzen, die nach dem Konzerntarifvertrag bezahlt werden.

Ansonsten zog die laufende Berichtssaison die Aufmerksamkeit der Investoren auf sich - diesmal vor allem mit Geschäftsberichten aus dem MDax. Der Autozulieferer und Verbindungstechnik-Hersteller Norma profitierte von soliden vorläufigen Jahreszahlen, nachdem das Unternehmen erst im November sein Umsatzziel gekappt hatte. Mit plus 2,33 Prozent setzten sich die Aktien an die Indexspitze. Für Schlusslicht Gerresheimer ging es hingegen um 4,65 Prozent bergab. Der Verpackungsspezialist hatte die Anleger mit seinen vorläufigen Jahreszahlen sowie dem operativen Ergebnisausblick enttäuscht, so dass auch die überraschend deutliche Dividenden-Anhebung nicht mehr überzeugte. Zudem war die Aktie in den vorangegangenen Monaten gut gelaufen.

Im TecDax rückten die Papiere des österreichischen IT-Unternehmens S&T letztlich noch um 4,33 Prozent vor und sicherten sich damit die Index-Spitze. Die Kontron-Aktien gewannen zugleich 5,86 Prozent. Beide unterschrieben eine Absichtserklärung zur Verschmelzung des Minicomputer-Herstellers mit einer Tochter der S&T AG.

Yellen weist Wall Street die Richtung

Die Wall Street ein mittlerweile gewohntes Bild abgegeben: Die vier großen Aktienindizes liefen wieder den dritten Tag in Folge auf Rekordstände - erstmals seit 1995. Ein Treiber war die erneute Versicherung von US-Präsident Donald Trump, dass in "nicht allzu ferner Zeit" mit einem "massiven Steuerplan" zu rechnen sei. "Diese Rally basiert auf der Erwartung einer dramatisch reduzierten Regulierung und einer großen Steuerreform", sagte Aktienhändler Ian Winer von Wedbush Securities.

Der Dow-Jones-Index legte um 0,5 Prozent zu auf 20.612 Punkte. Der S&P-500 stieg um 0,5 Prozent auf 2.349 Punkte und der Nasdaq-Composite um 0,6 Prozent auf 5.819 Punkte.

Am Aktienmarkt gehörten wieder Bankentitel zu den Favoriten, da die Institute von einem Umfeld höherer Zinsen profitieren würden. Für Morgan Stanley ging es um 1 Prozent nach oben, für JP Morgan um 1,2 Prozent. Der Bankensektor legte 1,2 Prozent zu.

Vor der Startglocke hat Pepsico seinen Viertquartalsbericht veröffentlicht, die Aktie fiel 0,2 Prozent. Der Getränkehersteller hat Umsatz und Absatz gesteigert, klagt aber auch über negative Währungseinflüsse.

Die Groupon-Aktie haussierte nach Zahlen um 23 Prozent. Der Online-Rabatt-Anbieter hat vom Kauf des Konkurrenten LivingSocial profitiert und bei Umsatz und bereinigtem Gewinn die Ewartungen geschlagen.

Beachtung fanden daneben die Anlageentscheidungen bedeutender Investmentfonds oder Großaktionäre orientieren. Unter anderem ging aus einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht hervor, dass Berkshire Hathaway, die Holding von Investorenlegende Warren Buffett, im vierten Quartal ihre Apple-Beteiligung aufgestockt hat. Für die Aktie ging es nach zwischenzeitlich stärkeren Gewinnen um 0,4 Prozent nach oben.

Berkshire ist auch bei Monsanto eingestiegen. Das zeugt nach Meinung von Beobachtern davon, dass der Investor an das Zustandekommen der Übernahme durch Bayer glaubt.

Asien: Japans Versicherer profitieren von Yellen

Auch an den Börsen in Asien dominieren zur Wochenmitte die grünen Vorzeichen. Die Stimmung unter den Investoren hat sich mit den jüngsten Aussagen von Yellen nochmals aufgehellt. Nach dem Minus am Vortag ging es in Tokio für den Nikkei um 1,0 Prozent auf 19.438 Punkte nach oben. Dabei profitierte der Aktienmarkt in Japan von der Yen-Schwäche. Der Hang-Seng-Index in Hongkong legte um 1,4 Prozent zu und der Shanghai-Composite-Index notierte 0,3 Prozent höher.

In Südkorea erholte sich die Börse von anfänglicher Schwäche. Der Kospi gewann 0,5 Prozent. Der Index war anfangs von Schwergewicht Samsung in die Tiefe gezogen worden. Die südkoreanische Staatsanwaltschaft hat einen Haftbefehl für Samsung-Vizechairman Lee Jae-yong beantragt. Lee wird vorgeworfen, in den Korruptionsskandal um die südkoreanische Regierung verwickelt zu sein. Die Titel schlossen am Ende dennoch 0,4 Prozent höher.

Devisen: Euro tritt auf der Stelle

Die US-Währung bewegte sich nach einigem Auf und Ab in etwa auf dem Niveau des späten Dienstag. Der Euro kostete rund 1,06 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,0555 (Dienstag: 1,0623) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9474 (0,9414) Euro.

Rohstoffe: Öl billiger

Ziemlich wechselhaft reagierten die Ölpreise auf neue US-Lagerbestandsdaten. Diese zeigten einen deutlichen Aufbau der Reserven. Dennoch legte der Preis zwischenzeitlich kleicht zu, gestützt auch vom etwas fallenden Dollar. Am Ende fiel aber das Barrel US-Öl der Sorte WTI um 0,2 Prozent auf 53,11 Dollar. Die europäische Referenzsorte Brent verlor 0,4 Prozent.

Quelle: n-tv.de, mbo/hvg/jwu/DJ/rts/dpa

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