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Einfach auf die Haut auftragen Apfel-Lotion steuert Gene

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Das in Äpfeln enthaltene Phloretin kann unter bestimmten Umständen Gene unter der Haut steuern.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Eine auf die Haut aufgetragene Lotion aus Äpfeln kann die Aktivität von Genen unter der Haut steuern. Auf diese Weise könnten eines Tages Zellen im Körper dazu gebracht werden, eine gewünschte Substanz in der gewünschten Menge herzustellen. Das berichtet eine Gruppe um Martin Fussenegger von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich. Die Resultate ihrer experimentellen Studie an Mäusen sind in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften ("PNAS") nachzulesen.

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(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Fussenegger und seine Kollegen konstruierten gentechnisch veränderte Zellen, damit diese auf die Substanz Phloretin aus Äpfeln reagieren können. Zudem stellen diese Zellen ein Protein namens SEAP her, das sich leicht nachweisen lässt. In der Kombination dieser Eigenschaften entstanden Zellen, die unterschiedlich viel SEAP herstellen, je nachdem,
wie stark sie mit Phloretin in Kontakt kommen. Die so konstruierten Zellen wurden Mäusen in Alginat-Gelkapseln implantiert. Die Haut der Tiere wurde danach mit einer Salbe mit Phloretin bestrichen. Dabei zeigte sich der gewünschte Effekt, heißt es in "PNAS".

Das Phloretin durchdrang die Haut, die Gelkapseln und die darin enthaltenen Zellen. Wie von den Forschern geplant, verringerte die Apfel-Substanz die Protein-Produktion. War Phloretin in der Crème hoch dosiert, stoppte es die SEAP-Herstellung. "Die Anwendung klingt denkbar einfach", heißt es in einer Mitteilung der Hochschule: "Erst eine Kapsel mit einem bestimmten Gen unter die Haut implantieren, dann Hautcrème auftragen, um in der Kapsel die Aktivität des Gens anzuregen, das schließlich einen Wirkstoff exprimiert, der präzise dosiert aus der Kapsel entweichen kann." Fussenegger hofft, dass die Pharmaindustrie Interesse an der Lösung hat, die sich das Team patentieren ließ.

Quelle: n-tv.de, dpa

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