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Einfluss über Signal-Pheromone Auch Menschen produzieren Sex-Duftstoffe

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In zwischenmenschlichen Beziehungen spielen auch Sexualpheromone eine Rolle.

(Foto: dpa)

Dass Pheromone eine wichtige Rolle im Sexualleben von Tieren spielen, ist lange bekannt. Nun finden Forscher heraus: Auch Menschen produzieren Sexualpheromone, die die Wahrnehmung des anderen Geschlechts beeinflussen.

Erstmals haben Forscher direkte Hinweise darauf gefunden, dass auch Menschen Sexualpheromone produzieren. Demnach bilden Männer und Frauen unterschiedliche Signalstoffe, die - vorwiegend bei Menschen des anderen Geschlechts - unbewusst die sexuelle Wahrnehmung beeinflussen. Das berichtet ein chinesisch-amerikanisches Forscherteam um Wen Zhou von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking im Fachblatt "Current Biology". Der Einfluss der geruchlosen Pheromone hänge vor allem vom Geschlecht und von der sexuellen Orientierung ab.

Pheromone sind chemische Signalstoffe, die Informationen unter Artgenossen übermitteln. Gerade für das Sexualverhalten spielen die Substanzen eine wichtige Rolle. Beim Menschen wurden bislang noch keine Sexualpheromone nachgewiesen.

Einfluss auf sexuelle Wahrnehmung

Die Psychologen und Hirnforscher prüften zwei Stoffe: Androstadienon findet sich in Samenflüssigkeit und in den Achselhöhlen von Männern, Estratetraenol wurde im Urin von Frauen nachgewiesen. Studien deuteten bislang darauf hin, dass die beiden geruchlosen Stoffe bei Vertretern des jeweils anderen Geschlechts die Laune heben. Unklar war jedoch, ob die Stoffe auch die sexuelle Wahrnehmung beeinflussen.

Dies prüften die Forscher an jeweils 48 - zur Hälfte hetero- und homosexuellen - Männern und Frauen. Diese sahen an verschiedenen Tagen sogenannte Point-Light-Walker, bei denen 15 Punkte einen bestimmten Gang widerspiegeln. Die jeweiligen Schrittmuster waren in unterschiedlichem Maße männlich und weiblich. Die Teilnehmer sollten die jeweilige Gangart an drei verschiedenen Tagen einem Geschlecht zuordnen und waren dabei Androstadienon, Estratetraenol oder einer Kontrollsubstanz ausgesetzt.

Unter dem Einfluss des weiblichen Stoffs Estratetraenol neigten heterosexuelle Männer dazu, im Gang der Figuren eher eine Frau zu sehen. Bei heterosexuellen Frauen hatte der Stoff keinen Effekt. Diese reagierten jedoch auf Androstadienon, im Gegensatz zu den heterosexuellen Männern. Homosexuelle Männer und Frauen reagierten eher auf den Signalstoff des eigenen Geschlechts.

Effekt nicht stark, aber deutlich

Insgesamt war der Effekt zwar nicht übermäßig stark, aber doch deutlich ausgeprägt: "Wenn die visuellen Geschlechtshinweise äußerst unklar waren, führte das Riechen von Androstadienon im Vergleich zu Estratetraenol zu einer Veränderung der Geschlechtswahrnehmung von etwa acht Prozent", fasst Zhou das Resultat zusammen.

"Unsere Resultate sprechen für die Existenz menschlicher Sexualpheromone", betont er. "Sie zeigen, dass die Nase aus Körpersekreten das Geschlecht erschnüffelt, selbst wenn wir auf bewusster Ebene nichts zu riechen glauben." Dies sei der erste direkte Beleg dafür, dass menschliche Signalstoffe sexuelle Informationen übermitteln, die je nach Geschlecht und sexueller Orientierung unterschiedlich wirken.

Quelle: n-tv.de, abe/dpa