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Forscher schauen Buckelwalen zu Beute im Blasennetz gefangen

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Im Blasennetz: Buckelwale bei der Nahrungsaufnahme.

(Foto: Evadb/jjron/Wikipedia)

Wenn Buckelwale auf die Jagd gehen, nutzen sie dafür zwei verschiedene Methoden. In beiden Fällen spielen Luftblasen eine wichtige Rolle. Forschern ist es nun erstmalig gelungen, die Unterwassermanöver der Meeressäuger aufzuzeichnen.

Buckelwale fangen ihre Beute mit einem selbstgewobenen Netz aus Luftblasen. Dazu schwimmen sie um ihre Beute herum und schließen sie in einen Blasenvorhang ein. Vor der Küste Neuenglands haben Meeresbiologen nun erstmals die Unterwassermanöver aufgezeichnet, die die Buckelwale (Megaptera novaeangliae) dazu benutzen. Die Ergebnisse stellt das Team um David Wiley von der US-Meeresforschungsbehörde NOAA im Journal "Behaviour" vor.

Die Forscher hatten mehreren Walen Sensoren per Saugnapf angeheftet, die fortlaufend Position und Bewegung der Tiere sowie Unterwassergeräusche aufzeichneten. Es zeigte sich, dass die Meeressäuger zwei Arten von Manövern benutzen: In einem Fall kreisen sie die Beute – beispielsweise Herings- oder Krillschwärme – spiralförmig immer enger ein und schnappen schließlich zu. Im zweiten Fall schwimmen sie um die Beute herum, schlagen mit Schwanzflosse auf die Wasseroberfläche und tauchen dann von unten durch den Blasentunnel, um ihre Beute zu verschlingen.

Echte Teamarbeit

Dabei arbeiten die Wale stets in Teams von mindestens zwei Tieren und rauben auch Beute aus fremden Tunneln, wenn sie die Gelegenheit dazu bekommen. Insgesamt seien die komplexen Verhaltensmuster der Buckelwale durchaus mit dem Werkzeuggebrauch von Affen vergleichbar, betonen die Meeresbiologen.

Die bis zu 14 Meter langen Buckelwale gehören zu den Bartenwalen. Sie ernähren sich von Krill – kleinen Krebsen und Plankton – sowie von Fischen. Wie alle Bartenwale filtern sie ihre Nahrung aus dem Wasser, indem sie sich das Maul volllaufen lassen und das Wasser anschließend wieder herauspressen. Die Beute bleibt dabei in den Barten hängen.

Buckelwale haben im Vergleich zum Körper eine große Schwanzflosse, die ihnen fein abgestimmte Manöver erlaubt und einen großen plötzlichen Schub ermöglicht. Die Meeressäuger haben die Blasennetze als einzigartige Jagdtechnik entwickelt. In der Regel beteiligen sich mehrere Tiere am Einkreisen der Beute und übernehmen dabei verschiedene Aufgaben.

Quelle: n-tv.de, dpa

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