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Vor über 40 Millionen Jahren Bornavirus in DNA eingenistet

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Eine 3D-Darstellung des Bornavirus.

(Foto: wikipedia)

Das menschliche Genom enthält ein tierisches Virus, das sich vor mindestens 40 Millionen Jahren in unserer Spezies festsetzte, wie die britische Fachzeitschrift "Nature" in ihrer jünsten Ausgabe berichtet. Wissenschaftler der Universität Osaka in Japan fanden heraus, dass es sich um das Bornavirus handelt, das erstmals in den 1970er Jahren identifiziert wurde. Die Forscher unter Keizo Tomonaga verglichen die DNA diverser Säugetiere, darunter Menschen, Affen, Elefanten, Beuteltiere und Nager, um Zeichen des Bornavirus aufzuspüren. Im menschlichen Genom wurde das Virus sowohl fragmentarisiert als auch Form zweier Genen gefunden, deren Funktion allerdings unbekannt ist.

Das Bornavirus vermehrt sich den Forschern zufolge in den befallenen Zellkernen. Der Name des Erregers stammt von der deutschen Stadt Borna bei Leipzig, wo 1885 ein komplettes Regiment von Kavallerie-Pferden von einer mysteriösen Krankheit ausgelöscht wurde. Mittlerweile wurde das Virus auch in Schafen, Lamas, Straußen, Katzen und Rindern nachgewiesen, unklar ist aber weiterhin, wie es sich verbreitet.

Welche Bedeutung der Nachweis des Bornavirus in der menschlichen DNA hat, dürfte heftige wissenschaftliche Kontroversen auslösen. Die grundlegenden Fragen sind dabei, ob das Virus ausschlaggebende genetische Mutationen in der Menschheitsentwicklung ausgelöst hat, ob es für Erbkrankheiten oder womöglich einen Schutz vor Krankheiten sorgt. Es gibt bereits Spekulationen, wonach das Bornavirus mit Schizophrenie oder anderen Störungen im Zusammenhang stehen könnte.

Quelle: ntv.de, AFP