Schutz vor UV-StrahlungBrokkoli-Creme ins Gesicht
Brokkoli enthält die Substanz Sulforaphan. Diese verhindert die bei UV-Strahlung typische Rötung der Haut um durchschnittlich 38 Prozent.
Eine Substanz aus Brokkoli kann die Haut vor schädlicher UV-Strahlung schützen. Sulforaphan verringere die typische Rötung der Haut um durchschnittlich 38 Prozent, berichten amerikanische Forscher in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften. Der Schutz entstehe dadurch, dass in den Hautzellen die Herstellung bestimmter Proteine angeregt werde. In der Folge würden Antioxidantien gebildet, die bei UV-Einstrahlung entstehende freie Radikale abfingen. Die Radikale schädigen das Erbgut und können zu Krebs führen.
Sulforaphan war bereits 1992 entdeckt worden. Die Mediziner um Paul Talalay von der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore trugen nun ein Extrakt aus drei Tage alten Brokkoli-Sprösslingen auf die Haut von haarlosen Mäusen und sechs Probanden auf. Zum Vergleich wurden eine Lösung reinen Sulforaphans und eine Flüssigkeit ohne Wirkstoff eingesetzt. Anschließend wurden die Hautflächen mit unterschiedlichen UV-Dosen bestrahlt.
Den Grad der daraus resultierenden Entzündung untersuchten die Forscher, indem sie die Menge einer bestimmten Substanz, der Myeloperoxidase (MPO), maßen. Bei den Mäusen, die höheren Strahlendosen ausgesetzt waren, wurde eine größere Menge MPO gefunden. War ihre Haut aber zuvor mit dem Brokkoli-Extrakt oder reinem Sulforaphan behandelt worden, fielen die MPO-Werte wesentlich kleiner aus. Zudem stellten die Forscher in diesen Fällen einen höheren Gehalt an Antioxidantien fest.
Die schützende Wirkung war für den Extrakt und die reine Substanz gleich stark und hielt mehrere Tage lang an. Bei den sechs menschlichen Probanden analysierten die Wissenschaftler zudem die Hautrötung nach Bestrahlung mit UV. Mit dem Brokkoli-Extrakt behandelte Hautflächen erröteten 8 bis 78 Prozent weniger. Warum die Substanz bei einigen Menschen so gut und bei anderen kaum wirke, sei bislang unklar. Nun sollen längerfristige klinische Studien mit mehr Probanden folgen, schreiben die Forscher. Würden die Ergebnisse bestätigt, könnte Sulforaphan für neue, lange wirkende Sonnencremes verwendet werden. In Deutschland erkranken der Strahlenschutzkommission zufolge mehr als 120 000 Menschen jährlich an Hautkrebs. Die Häufigkeit des malignen Malinoms verdoppelt sich demnach derzeit etwa alle 10 bis 25 Jahre.