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Große Pläne zur Eroberung des Weltraums China schickt "Jadehasen" auf den Mond

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Modell des Mondrovers auf der 15. China International Industry Fair in Schanghai, am 5. November 2013.

REUTERS

China will im Dezember erstmals mit einem Fahrzeug auf dem Mond landen. Das gehört zum ehrgeizigen Raumfahrt-Programm des Landes - es will auch noch eine Mondstation und ein eigenes weltumspannendes Navigationssystem aufbauen.

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"Yutu" wurde in einer Online-Umfrage nach dem Lieblingstier der chinesischen Mondgöttin "Chang'e" benannt, die bereits der chinesischen Mondsonde ihren Namen geliehen hat.

(Foto: dpa)

China schickt in wenigen Tagen sein erstes Mondfahrzeug auf den Erdtrabanten: Das in Anlehnung an die Landesmythologie "Yutu" (Jade-Hase oder -Kaninchen) genannte Vehikel werde Anfang Dezember mit einer Rakete zum Mond aufbrechen, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Ein präzises Datum wurde nicht genannt. "Yutu" ist der nächste Schritt des ehrgeizigen chinesischen Weltraumprogramms, das bis 2020 den Aufbau einer unbemannten Mondstation vorsieht.

Ein Modell des Rovers "Yutu" hatten die Behörden bereits Anfang des Monats präsentiert. Das goldfarbene Fahrzeug mit sechs Rädern und Solar-Flügeln soll mit einem Tempo von bis zu 200 Metern pro Stunde über den Mond rollen und kann angeblich Steigungen von bis zu 30 Prozent bewältigen. Sein Name geht zurück auf ein weißes Kaninchen, dem Haustier der Mondgöttin Chang'e. Der Name sei in einer Internet-Befragung gewählt worden, an der 3,4 Millionen Menschen teilnahmen, meldete Xinhua.

Symbol der "Freundlichkeit, Reinheit und Lebendigkeit"

Im chinesischen Volksglauben taucht ein Mondkaninchen bereits in der sogenannten Zeit der Streitenden Reiche auf, die 221 vor Christus endete. Ouyang Ziyuan, Leiter der Rover-Mission, sagte Xinhua, der Glaube der Vorfahren an ein solches Wesen habe seinen Ursprung in den dunklen Flecken auf der Oberfläche des Mondes. "Unsere Vorfahren glaubten, es handele sich um einen Mondpalast, Herbstduftblüten und ein Jade-Kaninchen", sagte er.

"Yutu" sei ein Symbol der "Freundlichkeit, Reinheit und Lebendigkeit" - erläuterte der Vize-Chef des chinesischen Mondfahrtprogramms, Li Benzheng laut Xinhua. "'Yutu' spiegelt die friedfertige Nutzung des Weltraums durch China wider", sagte er weiter.

In sozialen Online-Netzwerken stieß die Namensgebung auf Zustimmung. "Ich freue mich darauf, dass das Jade-Kaninchen den Mondpalast besuchen wird", schrieb etwa ein Nutzer auf Sina Weibo, dem chinesischen Pendant zu Twitter.

Für Peking ist das vom Militär verantwortete Raumprogramm Symbol für das wachsende internationale Gewicht des Landes und die wissenschaftlich-technische Aufholjagd gegenüber dem Westen. Auch das russische Raumfahrtprogramm ist den chinesischen Anstrengungen noch voraus. Das ehrgeizigste Vorhaben der chinesischen Raumfahrt ist die Entsendung eines Taikonauten, wie Astronauten in China genannt werden, zum Mond. Ein Datum dafür gibt es noch nicht.

Quelle: n-tv.de, abe/AFP

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