WindkraftanlagenDeutschland weltweit führend
An der globalen Windleistung hat Deutschland einen Anteil von 28 Prozent. Damit führt es mit großem Abstand vor Spanien, den USA und Indien.
Mit einem Anteil von 28 Prozent an der globalen Windleistung führt Deutschland mit großem Abstand vor Spanien und den USA (jeweils 15,6 Prozent) sowie Indien (8,4 Prozent). Dies geht aus einer Studie hervor, die die Deutsche Bank Research vorgestellt hat.
Branche bleibt im Aufwind
Allein im vergangenen Jahr wuchs die globale Kapazität installierter Windkraftanlagen um 26 Prozent, wie der Autor der Studie, Josef Auer, sagte. Und auch mittelfristig werde die Branche im Aufwind bleiben: "Bis 2015 wird die Windenergie um etwa ein Fünftel pro Jahr zulegen, das heißt, die Kapazität wird sich dann verfünffachen." Dabei seien die größten Wachstumsimpulse von Ländern außerhalb Europas zu erwarten: "China, die USA und Indien dürften stürmische Zuwächse von bis zu 30 Prozent pro Jahr verzeichnen." Europa bleibe mit 15 Prozent pro Jahr etwas zurück.
Die deutschen Unternehmen sind zusammen genommen der weltgrößte Hersteller von Windanlagen: 37,6 Prozent aller Anlagen und Komponenten werden hier zu Lande produziert, wie Auer sagte. "Die Wertschöpfung dieses deutschen Industriezweigs stieg allein 2006 um 40 Prozent."
Den weltweiten Umsatz der Windindustrie im Jahr 2006 bezifferte er mit 15,4 Milliarden Euro, gegenüber dem Vorjahr war das ein Plus von 45 Prozent. Der Löwenanteil am Umsatz entfiel mit 37 Prozent auf die deutsche Industrie: "An diesen Zahlen sieht man, welche Bedeutung die Branche inzwischen hat."
"Offshore-Anlagen, die man vorzeigen kann"
Unter dem Gesichtspunkt des Klimaschutzes sei Windkraft allerdings keineswegs die günstigste Variante, räumte Auer ein. Zwar lägen die CO2-Vermeidungskosten bei Windanlagen deutlich niedriger als bei der teuersten Alternative, der Photovoltaik. "Aber die CO2-Vermeidungskosten beim Neubau von Kohle- und Erdgaskraftwerken liegen sehr viel niedriger." Der technische Fortschritt in der Windbranche werde aber zu sinkenden Kosten führen, während die Produktionskosten von Strom aus fossiler Energie stiegen.
Auer appellierte an Politik und Wirtschaft, den Weg für den ersten deutschen Offshore-Windpark freizumachen. Die Offshore-Technologie, also die Nutzung von Windanlagen auf dem Meer, sei das wichtigste Instrument zur Steigerung des Windstromanteils. "Deshalb sollten in Deutschland Referenz-Anlagen gebaut werden. Wir wollen Technologie-Lieferant sein, also brauchen wir auch Anlagen, die man vorzeigen kann." Etwa ab dem Jahr 2015 könne auf dem Meer erzeugter Strom aus Windkraft profitabel sein.