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Satelliten auf falscher Umlaufbahn EU-Kommission will Galileo-Debakel aufklären

Die Galileo-Satelliten sind auf der falschen Umlaufbahn unterwegs, eine Korrektur ist kompliziert und kaum möglich. Nun will die EU-Kommission eine klare Aufschlüsselung des Debakels. Trotzdem sehen die Experten das Malheur nicht ganz so schwarz.

Die EU-Kommission hat Aufklärung über das Debakel mit den zwei falsch im Weltall platzierten Galileo-Satelliten gefordert. Die Europäische Raumfahrtagentur (ESA) und das französische Raumfahrtunternehmen Arianespace sollten "alle Einzelheiten des Vorfalls" sowie einen "Aktionsplan zur Behebung des Problems" vorlegen, erklärte die Behörde, die selbst für die Gesamtkoordination des Programms verantwortlich ist, in Brüssel. Ein vorläufiger Bericht solle in der ersten Septemberwoche vorliegen.

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Hier startet die Sojus-Rakete ins All.

(Foto: dpa)

Die Satelliten Galileo Sat-5 und Sat-6 waren am Freitag vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana mit einer russischen Sojus-Rakete ins All befördert worden. Sie sollten eigentlich in eine runde Erdumlaufbahn in rund 23.522 Kilometern Höhe gebracht werden und nach einer Reihe von Tests im Herbst in Betrieb gehen.

Einen Tag nach dem Start hatten sie allerdings nicht ihre vorgesehene Umlaufbahn erreicht. Sie seien auf einem tieferen Orbit platziert worden, teilte Arianespace am Samstag mit. Eine Korrektur dürfte "kompliziert" werden, urteilte der französische Koordinator für das Galileo-Programm, Jean-Yves Le Gall.

Hoffnung ist noch nicht verloren

Nach Angaben aus Brüssel ist allerdings noch nicht alle Hoffnung verloren. "Die Europäische Kommission arbeitet eng mit der ESA zusammen, um die Möglichkeiten zu maximieren, die beiden Satelliten als Teil des Galileo-Netzwerks zu nutzen", erklärte die Kommission.

Galileo Sat-5 und Sat-6 sind Teil eines Systems, das einmal aus 30 Satelliten bestehen und dem US-System GPS sowie dem russischen Glonass Konkurrenz machen soll. Galileo könnte irgendwann Autofahrern beim Finden der Route helfen, aber zum Beispiel auch Landwirten bei der Ernte, Piloten beim Landeanflug oder Rettungsdiensten beim Orten von Verletzten.

Insgesamt steht das Projekt durch die Panne nicht infrage. Diese sei zwar "sehr unglücklich", kommentierte der federführende EU-Industriekommissar Nelli Feroci. Er sei aber zuversichtlich, dass die Ausbringung der Satelliten nun wie geplant weitergehe, erklärte Feroci.

Quelle: n-tv.de, hla/AFP

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