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Beschichtete StentsEinsatz abwägen

06.11.2007, 09:16 Uhr

Für zahlreiche Herzinfarktpatienten können medikamentenbeschichtete Stents eine sinnvolle Alternative sein. Der Einsatz muss jedoch sorgfältig abgewogen werden.

Für zahlreiche Herzinfarktpatienten können medikamentenbeschichtete Stents eine sinnvolle Alternative sein. Der Einsatz müsse jedoch sorgfältig abgewogen werden, teilt die Deutsche Herzstiftung in Frankfurt unter Berufung auf Studienergebnisse mit. Berichte über Risiken bei den medikamentenbeschichteten Gefäßstützen hätten viele Patienten verunsichert. Eine genaue Durchsicht aller Studien habe jedoch gezeigt, dass diese Form der Stents nicht mehr Herzinfarkte und Todesfälle verursache als normale Stents.

Stents sind kleine Gefäßstützen aus Gitterdraht, die nach einer Erweiterung der Ader für einen stetigen Blutfluss sorgen sollen. Vorteile bringen medikamentenbeschichtete Stents vor allem Patienten, bei denen sehr dünne Herzkranzgefäße betroffen sind, heißt es weiter. Denn gerade hier sei das Risiko einer Wiederverengung des Blutgefäßes sehr hoch, vor der die beschichteten Stents schützen können.

Diese Form der Stents ist laut Herzstiftung jedoch nicht für alle Patienten geeignet. Müssen beispielsweise mehrere Herzgefäße gleichzeitig behandelt werden, bestehe die Gefahr, dass der Stent eine Thrombose verursache, warnt die Organisation. Mit Einsetzen des Stents sei zudem eine längere Behandlung mit gerinnungshemmenden Medikamenten verbunden. Patienten, die vor einer Operation stehen, bereits an mehreren Krankheiten leiden und mehrere Medikamente nehmen, sollten sich daher gegen den beschichteten Stent entscheiden.

Entscheidend für den Erfolg jeder Stent-Therapie sei, dass es möglichst zu keiner Thrombose kommt. Stent-Patienten müssten daher lebenslang Acetylsalicylsäure (ASS) nehmen. Nach einem Stent-Eingriff kommen über einen längeren Zeitraum Mittel mit dem Wirkstoff Clopidogrel hinzu. Durch gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und die konsequente Einnahme der verordneten Medikamente kann der Patient den Verlauf der Krankheit aber zusätzlich positiv beeinflussen.