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Suche nach außerirdischem Leben Erbsubstanz übersteht Flug ins All

Ins Weltall und zurück an der Außenhaut einer Rakete: Die Erbsubstanz kann das überstehen, zeigt ein Experiment. Trotz extremer Bedingungen behielt sie zum Teil ihre Funktion. Das kann sich auch auf die Suche nach Leben außerhalb der Erde auswirken.

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Eine Texus-49-Rakete hebt im Mai 2011 in Kiruna, Schweden, ab. Der Start war Teil eines Versuches, mit dem ermittelt werden sollte, ob DNA an der Außenhülle einer Rakete einen Start ins All übersteht.

(Foto: PLOS/dpa)

Die Erbsubstanz DNA kann nach Forscherangaben trotz extremer Temperaturen einen Flug ins All und den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre an der Außenwand einer Rakete überstehen. Bei einem Experiment waren DNA-Moleküle auch noch nach der Landung vorhanden und die Wissenschaftler in der Lage, Teile davon in Bakterienzellen und Bindegewebszellen zu übertragen. Dem Team der Universität Zürich zufolge belegen die Ergebnisse, dass die in DNA-Molekülen gespeicherte genetische Information grundsätzlich auch extremen Weltraumbedingungen widerstehen kann.

Diese Erkenntnis könnte in zweierlei Hinsicht eine Rolle bei der Suche nach außerirdischem Leben spielen. Zum einen zeigt die Studie nach Angaben des Teams um Cora Thiel und Oliver Ullrich, dass experimentelle Raketenflüge genutzt werden können, um den Erdatmosphären-Eintritt von Meteoriten, auf denen sich organisches Material befinden könnte, realistisch zu simulieren.

Risiko "spektakulärer" DNA-Funde

Zum anderen verdeutlicht das Experiment das Risiko vermeintlich spektakulärer DNA-Funde: "Das Ergebnis zeigt, dass es gar nicht unwahrscheinlich ist, dass trotz aller Vorsichtsmaßnahmen Raumfahrzeuge auch DNA irdischen Ursprunges an ihre Landestelle mitbringen können", sagte Studienleiter Ullrich vom Anatomischen Institut der Universität Zürich. "Das muss man im Griff haben, wenn man nach Leben außerhalb der Erde sucht."

Die Forscher beschreiben im Fachmagazin "PLOS ONE" wie sie 2011 doppelsträngige DNA-Moleküle an verschiedenen Stellen der Außenhülle der Rakete "Texus-49" anbrachten. Die sogenannte Plasmid-DNA war demzufolge während des 13 Minuten langen Flugs einer Spitzentemperatur von kurzfristig schätzungsweise bis zu 1000 Grad Celsius ausgesetzt.

Zum Teil biologisch voll funktionsfähig

Auch nach dem Flug bis zu einer Höhe von 268 Kilometern, dem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre und der Landung wurden nach Auskunft der Forscher je nach aufgetragener Stelle noch 4,9 bis 53,4 Prozent der DNA wiedergefunden. Bis zu 35 Prozent der ausgesendeten DNA-Moleküle seien biologisch voll funktionsfähig gewesen. "Wir waren völlig überrascht, so viel intakte und funktionell aktive DNA wiederzufinden", sagte Thiel.

Ullrich ergänzte: "Wir glauben, dass diese Protektion durch eine günstige Kombination verschiedener Faktoren zustande kam, wie die extreme Trockenheit im Vakuum des Alls und der hohe Salzgehalt nach Trocknung der DNA."

Quelle: ntv.de, abe/dpa

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