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Zecken in höheren Gebieten FSME durch Ziegenkäse

In Österreich sind vier Menschen an von Zecken übertragener Hirnhautentzündung erkrankt, nachdem sie selbstgemachten Ziegenkäse verzehrt hatten. Wie zwei Experten der Wiener Medizinischen Universität in einem erschienenen Artikel berichteten, war ein Senner aus dem westlichen Bundesland Vorarlberg im Juli mit Grippesymptomen ins Krankenhaus eingeliefert worden.

Dabei sei festgestellt worden, dass der Mann mit dem FSME-Virus (Frühsommer-Meningoencephalitis) infiziert war. Dieses wird von Zecken übertragen. Der Mann, der sein Vieh auf über 1500 Metern Höhe hütete, hatte bei sich aber keinerlei Zeckenbiss festgestellt - Untersuchungen ergaben, dass sein selbstgemachter Ziegen-Rohmilchkäse infiziert war.

Zecken auch über 1350 Metern

Drei weitere Familienmitglieder, die ebenfalls von dem Käse gegessen hatten, klagten über ähnliche Symptome. Mehrere Ziegen erwiesen sich schließlich als infiziert. Bislang gingen Wissenschaftler davon aus, dass Zecken nicht oberhalb von 1350 Metern über dem Meeresspiegel auftreten.

Möglicherweise seien sie aber aufgrund des Klimawandels und der Erwärmung der Erde bereits höher gewandert, hieß es in dem Artikel. Berichte über FSME-Infektionen durch Milchprodukte hatte es in den vergangenen Jahren ausschließlich aus den baltischen Staaten gegeben.

Quelle: ntv.de