Wissen

Aus dem Bauch in die BlaseFrösche scheiden Sender aus

08.12.2010, 08:30 Uhr

So war das nicht geplant. Als Wissenschaftler bestimmten Froscharten einen Peilsender einsetzen, um ihre Lebensweise zu erforschen, werden sie überrascht: Offenbar können die Amphibien die Geräte, die ihnen in den Bauch implantiert wurden, über die Blase ausscheiden.

RTR2I6D7
Ein Baumfrosch. (Foto: REUTERS)

Froschforscher aufgepasst: Einige der Amphibien können in den Bauch implantierte Funksender über die Blase ausscheiden. Diese Erkenntnis war eher ein – zunächst ärgerliches – Nebenprodukt der Arbeit von Chris Tracy von der Charles Darwin-Universität im australischen Darwin. Jetzt ist daraus eine Studie in den "Biology Letters" der britischen "Royal Society" geworden.

Zunächst wollten die Wissenschaftler um Tracy etwas über die Lebensweise dreier Froscharten herausfinden. Sie arbeiteten mit kleinen Sendern in Korallenfingerlaubfröschen (Litoria caerulea), Dahls Wasserfrosch (Litoria dahlii) und der Art Cyclorana australis. Denen wurden die Transmitter eingesetzt. Nach 25 bis 193 Tagen fing das Team die Amphibien wieder ein. Dabei fiel auf, dass viele Tiere den Sender in ihrer Blase hatten. In drei Fällen führten die Signale zu Sendern, die einfach so in der Gegend lagen, also offenbar ausgeschieden wurden.

Feines Gewebe zieht Pillen in die Blase

Diese Beobachtungen führten zu neuen Experimenten mit Korallenfingerlaubfröschen und Aga-Kröten. Den Tieren wurden kleine, rundliche Plastikpillen (7,8 Millimeter lang, Durchmesser 4 Millimeter) in den Bauch gepflanzt – als "Sender". Dann begann das Warten darauf, dass diese Fremdkörper im Käfig der Frösche wieder auftauchen würden. Alle fünf Korallenfingerlaubfrösche schieden die Perlen wieder aus – im Durchschnitt nach 19 Tagen. Bei den Agakröten wurde nur eine die Last wieder los, bei den übrigen fanden sich die Perlen in der Blase.

Bei Kröten, die zu verschiedenen Zeiten getötet wurden, zeigte sich, dass die Perlen im Bauchraum von einem feinen Gewebe umwachsen werden, das von der Blase ausging. So wurde der Fremdkörper näher an die Blase gezogen, dicht umlagert und gelangte schließlich durch die dünne Wand des Organs ins Innere der Blase.

Quelle: dpa