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Eher Cousin als Bruder "Game of Thrones"-Wolf überrascht genetisch

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Die Illustration zeigt ein Rudel Canis dirus, die ihre Bisonbeute fressen.

(Foto: Mauricio Antón/Nature/dpa)

Als Schattenwolf ist Canis dirus in der Saga "Game oft Thrones" bekannt geworden. Die Tiere waren jedoch keineswegs einfach nur größere Wölfe, wie Forscher nun bei der Sequenzierung von Genmaterial feststellen.

Die Überreste tatsächlicher Exemplare des "Game of Thrones"-Wolfes haben Hinweise auf eine nur entfernte Verwandtschaft zu heute lebenden Tieren gegeben. Wissenschaftler unter anderem aus Deutschland haben das Erbgut des vor 13.000 Jahren ausgestorbenen Wolfes untersucht. Sie kommen zu dem Schluss, dass Canis dirus - der als "Schattenwolf" und Wappentier der Serie "Game of Thrones" berühmt wurde - genetisch so verschieden von heutigen Wölfen und Kojoten war, dass er sich offenbar nicht mit ihnen fortpflanzen konnte.

Das geht aus einer aufwendigen Untersuchung Dutzender Forscher in neun Ländern hervor, an der auch die Ludwig-Maximilians-Universität in München beteiligt war. Die Ergebnisse wurden im Wissenschaftsmagazin "Nature" vorgestellt. Wegen der sehr ähnlichen körperlichen Merkmale zwischen Canis dirus und heute lebenden Tieren wurde bisher davon ausgegangen, dass sie sehr eng miteinander verwandt seien.

Ihr Verbreitungsgebiet in Nordamerika habe sich zwar mindestens 10.000 Jahre lang überschnitten, trotzdem hätten sich keine Hinweise auf Kreuzungen gefunden. "Unsere genetischen Ergebnisse zeigen stattdessen, dass Canis dirus und heute lebende Wölfe sehr entfernte Cousins sind", sagt Co-Autor Kieren Mitchell von der Universität von Adelaide. Die Durham Universität verglich die Verwandtschaft mit der von Menschen und Schimpansen.

Abgespaltene Linie

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LMU-Paläogenomiker Professor Laurent Frantz erläutert in einer Mitteilung, dass die Wissenschaftler zunächst dachten, "dass Canis dirus nur ein vergrößerter Wolf ist". Dass die genetischen Unterschiede so groß sind, dass sie sich wahrscheinlich nicht gekreuzt haben können, habe sie sehr überrascht. "Man geht eigentlich davon aus, dass Hybridisierung zwischen Caniden sehr häufig vorkommt. Um sich genetisch so stark zu unterscheiden, muss Canis dirus in Nordamerika sehr lange isoliert gewesen sein."

Die Abstammungslinie des "Game of Thrones"-Wolfs hat sich nach Ansicht der Forscher vor rund sechs Millionen Jahren abgespalten. Canis dirus war durch die folgende "reproduktive Isolation" schließlich am Ende der Eiszeit genetisch schlecht für die neuen Umweltbedingungen gerüstet und starb aus. Ihre Erkenntnisse erlangten die Forscher durch die Analyse von teils mehr als 50.000 Jahre alten Überresten der Wölfe, aus denen Erbgut gewonnen und verglichen wurde.

Quelle: ntv.de, sba/dpa