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Stärkere Durchblutung bei Mädchen Gehirnentwicklung in Pubertät verschieden

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Ab etwa 16 Jahren unterscheidet sich die Hirndurchblutung von Jungen und Mädchen.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

In Sachen Empathie und Sensibilität haben Männer einen schlechten Ruf. Dabei können sie womöglich nichts dafür. Eine neue Untersuchung zeigt: Die Durchblutung des Gehirns von Jungen und Mädchen entwickelt sich in der Pubertät unterschiedlich.

In der Pubertät entwickeln sich die Gehirne von Mädchen und Jungen gegensätzlich. Insgesamt wird das weibliche Gehirn ab dieser Zeit besser durchblutet als das männliche. Dies haben Forscher um Theodore Satterthwaite von der University of Pennsylvania in Philadelphia herausgefunden. Ihre Untersuchung ergab, dass die Unterschiede zwischen den Geschlechtern in bestimmten Hirnregionen besonders ausgeprägt sind. Die unterschiedliche Anfälligkeit für psychische Erkrankungen könnte mit diesen Differenzen zusammenhängen.

"Durchblutung ist eine fundamentale Eigenschaft der Prozesse im Gehirn, und es ist bekannt, dass sie im Erwachsenenalter bei Frauen stärker ist als bei Männern", schreiben Satterthwaite und seine Kollegen in den "Proceedings" der US-nationalen Akademie der Wissenschaften. Um die Gründe für die Unterschiede herauszufinden, maßen sie bei 922 Jugendlichen im Alter von acht bis 22 Jahren die Blutströme in verschiedenen Phasen der Pubertät mit der Magnetresonanztomografie und anderen bildgebenden Verfahren.

Das Ergebnis ihrer Untersuchung: In der frühen Pubertät – also im Alter von etwa zwölf Jahren – sank die Hirndurchblutung bei Mädchen und Jungen noch gleichermaßen.  Dass die Durchblutung des Organs mit zunehmendem Alter in der Kindheit abnimmt, war bereits bekannt. Während bei Kindern mehr als 100 Milliliter Blut pro Minute durch 100 Gramm Gehirn fließen, ist diese Menge bei Erwachsenen tendenziell nur noch etwa halb so hoch.

Unterschiede zwischen den Geschlechtern  fand das Forscherteam ab der mittleren Phase der Pubertät, also im Alter um etwa 16 Jahren: Bei Jungen nahm die Durchblutung weiter ab, wohingegen sie bei Mädchen leicht anstieg. In der späten Pubertät verstärkte sich dieser Trend sogar noch.

Auswirkungen auf das Sozialverhalten

Die Differenzen waren am deutlichsten ausgeprägt in Hirnregionen, die mit Sozialverhalten und der Regulierung von Emotionen verknüpft sind, wie zum Beispiel dem orbitofrontalen Kortex. Die Forscher vermuten, dass die mit der Pubertät verbundenen geschlechtsspezifische Veränderungen der Hirndurchblutung mit der Überlegenheit von Frauen bei diesen Aufgaben zu tun haben könnten.

Die Ergebnisse könnten bei der Erforschung psychischer Erkrankungen wie etwa Depressionen helfen, die oft nach der Pubertät auftreten, meinen Satterthwaite und sein Team. In künftigen Untersuchungen soll geprüft werden, ob die bessere Hirndurchblutung bei jungen Frauen mit ihrem erhöhten Risiko zusammenhängt, an Affekt- oder Angststörungen zu erkranken. Gleichzeitig könnte dadurch das Risiko für eine Schizophrenie sinken.

Außerdem könnten die Ergebnisse laut Satterthwaite ein erster Schritt sein zur Erstellung von Wachstumstabellen für die normale Hirnentwicklung. Daran könnte man Probleme möglicherweise schon erkennen, bevor sie zu schweren Erkrankungen führen.

Quelle: n-tv.de, lkl/dpa

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