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Archäologische Sensation Hippodrom in Olympia entdeckt

Deutsche Wissenschaftler haben nach eigenen Angaben die antike Pferderennbahn - das Hippodrom - im griechischen Olympia entdeckt. Eine Forschungsgruppe des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) in Athen unter Beteiligung des Mainzer Sporthistorikers Norbert Müller sei auf der Suche nach der größten Sportanlage im antiken Olympia fündig geworden, wie das Institut für Sportwissenschaften der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz mitteilte. Mit modernen geophysikalischen Methoden sei es den Forschern gelungen, die Lage und die geografische Ausdehnung des Hippodroms zu enträtseln.

Bei den Untersuchungen stießen die Archäologen und Historiker auf auffällige, geradlinige Strukturen auf einer Länge von fast 200 Metern. Die eigentliche Startanlage mit Boxen für bis zu 24 Pferdegespanne dürfte mit großer Wahrscheinlichkeit unter einem gewaltigen Erdhügel im Tempelbezirk liegen, hieß es weiter.

Die Pferderennbahn war bislang nur aus Schriftquellen bekannt, archäologisch ließ sie sich nie nachweisen. "Der Fund ist eine archäologische Sensation", sagte Müller. "Das Projekt könnte ähnlich der Ausgrabung des antiken Stadions von Olympia vor 50 Jahren eine neue Attraktion für die Sportwelt werden." Mit einer Länge von rund 600 Metern und einer Breite von rund 200 Metern war die Rennbahn nach Berichten von Reisenden der Antike die größte Sportanlage in Olympia. Bisher war die Meinung vertreten worden, ein Fluss habe das Hippodrom weggespült.

Die Forscher suchten das Gelände nach den Angaben östlich des Heiligtums von Olympia systematisch mit modernen geophysikalischen Methoden wie Geomagnet- und Georadarmessung ab. Der antike Reiseschriftsteller Pausanias hatte den Wissenschaftlern mit Berichten aus dem 2. Jahrhundert nach Christus bereits einige Hinweise zum Hippodrom, den Startmechanismen, Wendemalen und Altäre gegeben. Eine bisher wenig beachtete Schriftquelle aus dem 11. Jahrhundert nach Christus nenne sogar Maße und Dimensionen der Anlage, hieß es in der Mitteilung.

Quelle: n-tv.de