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Nächtliche KopfschmerzenHirntumor-Gefahr

20.09.2006, 11:12 Uhr

Es gibt keine Vorsorgeuntersuchung, die auf einen Hirntumor aufmerksam machen würde. Deswegen ist es besonders wichtig, bestimmte Anzeichen ernst zu nehmen.

Für einen Hirntumor gibt es mögliche Warnzeichen. Erste Symptome sind häufig plötzliche Kopfschmerzen, die insbesondere nachts und in den frühen Morgenstunden auftreten, im Liegen zunehmen, sich am Tage spontan bessern, mit der Zeit heftiger werden.

In der Regel lassen sich diese Art von Kopfschmerzen durch herkömmliche Schmerzmittel kaum unterdrücken. Das erläutert der Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN) in Neuss. Auch eine schlechtere Auffassungsgabe sowie Sprach- und Geruchsstörungen, verschwommenes Sehen und Ausfälle im Sichtfeld gehören zu den möglichen Hinweisen.

Besonders tückisch sei bei einem Hirntumor, dass viele Symptome der Erkrankung meist uncharakteristisch sind wie Müdigkeit oder Übelkeit. Auch eine Vorsorgeuntersuchung sei nicht möglich. "Deshalb ist es wichtig, eventuelle Alarmsignale frühzeitig zu erkennen und beim Facharzt abklären zu lassen", erläutert Curt Beil vom Berufsverband der Neurologen. Oft mache sich ein Gehirntumor auch durch epileptische Anfälle bemerkbar. "Dabei verkrampfen sich unkontrolliert die Gliedmaßen, und die Augen blicken zur Seite. Viele Betroffene verlieren dabei das Bewusstsein", erklärt Beil.

Weitere mögliche Symptome eines Gehirntumors sind Lähmungserscheinungen, Taubheitsgefühle, Koordinationsstörungen oder plötzliche Ungeschicklichkeit. Solche neurologischen Anzeichen seien typische Hinweise für Funktionsausfälle im Gehirn. Die Ursache der Beschwerden liegt darin, dass ein gutartiger Tumor funktionierendes Hirngewebe verdrängt oder ein bösartiger in gesundes Gewebe hineinwächst und dieses zerstört. Die Geschwulst kann direkt vom zentralen Nervensystem des Gehirns ausgehen oder von seinen umgebenden Hirnhäuten, so der Neurologe.

Bei den meisten Betroffenen wird der Tumor zumindest so weit wie möglich entfernt, um wichtige Hirnareale zu erhalten. In Deutschland erkranken jährlich etwa 7 von 100.000 Menschen an einem Hirntumor.