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Hinweise zur FutterstelleInfrarot leitet Wanzen

28.10.2008, 11:56 Uhr
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Die Amerikanische Kiefernwanze lässt sich von der Infrarotstrahlung zu ihrer Lieblingsspeise leiten.

Die Amerikanische Kiefernwanze lässt sich von der Infrarotstrahlung zu ihrer Lieblingsspeise leiten. Das Signal wird von den Zapfen bestimmter Nadelbäume ausgesandt und von speziellen Infrarot-Rezeptoren am Körper der Wanze wahrgenommen, berichten kanadische Wissenschaftler in den "Proceedings B" der britischen Royal Society.

An den Zapfen angelangt, macht sich das Insekt über die darin enthaltenen Samen her. Die Forscher um Gerhard Gries von der Simon Fraser Universität in Burnaby (British Columbia/Kanada) zeigten zunächst, dass die Temperatur von Koniferen-Zapfen um bis zu 15 Grad Celsius über jener der Nadeln liegt. Außerdem sandten die Zapfen deutlich stärkere Infrarotsignale im mittleren Wellenbereich aus (von 3 bis 5 Mikrometer und von 8 bis 20 Mikrometer). Für die Käfer sind die Zapfen damit in etwa so sichtbar wie Kerzen am Weihnachtsbaum für den Menschen.

Ein gut wahrnehmbares Signal

Dies belegten auch Versuche mit Zapfen-Attrappen, die Infrarotstrahlung aussendeten. Diese zogen die Amerikanischen Kiefernwanzen (Leptoglossus occidentalis) unausweichlich an. Weitere Untersuchungen bestätigten, dass die Wanzen an ihrem Körper mehrere Rezeptoren besitzen, die auf IR-Strahlung reagieren. Klebten die Forscher diese Rezeptoren zu, fanden die Tiere die strahlenden Zapfen nicht. Infrarotstrahlung sei in komplexen Landschaften ein gut wahrnehmbares Signal.

Dass Pflanzenfresser Infrarotsignale zur Futtersuche ausnutzen, war bisher nicht bekannt. Tiere finden ihre Nahrung meist mit Hilfe des Seh-, Hör- oder Geruchssinn. Im Nahbereich "erschmecken" und "erfühlen" Räuber auch gelegentlich ihre Nahrung. Infrarotstrahlen werden im Tierreich nur selten als Futtersignale genutzt, von Schlangen oder Vampirfledermäusen zum Beispiel, die ihre warmblütigen Opfer anhand der Strahlung aufspüren.

Quelle: ntv.de