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Zum tiefsten Punkt der Weltmeere James Cameron taucht ab

Dutzende Male war er schon in der Tiefsee, jetzt geht er bis zum Limit: James Cameron taucht zum tiefsten Punkt der Weltmeere. Das haben vor dem "Titanic"-Regisseur erst zwei Menschen geschafft.

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Cameron war mit einem neuen Super-U-Boot unterwegs.

(Foto: REUTERS)

Als dritter Mensch überhaupt ist "Titanic"-Regisseur James Cameron zum tiefsten Punkt der Weltmeere getaucht. Mit einem Spezial-U-Boot setzte Cameron um 07.52 Uhr Ortszeit (00.52 Uhr MESZ) in 10.898 Meter Tiefe im Marianengraben auf und gab per Twitter durch "Alle Systeme ok", wie das Team von National Geographic mitteilte. Der 57-Jährige kehrte nach wenigen Stunden mit seinem "senkrechten Torpedo" an die Meeresoberfläche zurück.

Cameron sei wieder an der Oberfläche, "Glückwünsche für seinen historischen Solo-Tauchgang zum tiefsten Punkt", hieß es in einer Twitter-Nachricht des Teams Deep Sea Challenge. Das Programm für den Tauchgang sah vor, dass Cameron dort filmen und fotografieren, daneben aber auch Materialproben für wissenschaftliche Untersuchungen sammeln wollte.

Wissenschaftliche Begleitung

Für den Tiefsee-Trip wurde in achtjähriger Vorbereitungszeit das U-Boot "Deepsea Challenger" entwickelt, das mit hohem Tempo in die Meerestiefen vorstoßen kann. Für das Wiederauftauchen wurden nur 70 Minuten benötigt. Camerons Team richtete für das Vorhaben eine Station auf dem Pazifik-Atoll Ulithi ein. Der Regisseur hatte für seine Aufnahmen mehrere hochauflösende 3-D-Kameras dabei, wobei starke LED-Leuchten die Sicht auf die ansonsten völlig im Dunkeln liegende Unterwasserwelt ermöglichen sollen.

Cameron absolvierte vor dem Rekord 72 Tauchgänge, zwölf davon bei den Dreharbeiten für den Kino-Hit "Titanic". Am Freitag hatte die "Deepsea Challenger" laut National Geographic bereits erfolgreich einen unbemannten Tauchgang absolviert. Nur ein einziges Mal tauchten zuvor Menschen in so große Tiefe: 1960 erreichten zwei Besatzungsmitglieder des U-Boots "Trieste" der US-Marine den Grund des Marianengrabens. Sie konnten jedoch nur 20 Minuten lang dort bleiben. Zudem war ihre Sicht durch Schlick, der beim Aufsetzen am Meeresgrund auf die Scheiben des U-Bootes spritzte, behindert. Seitdem waren Forschungsroboter, aber nie wieder Menschen in solche Tiefe vorgedrungen.

Gefühle eines Forschers

Cameron war von 170.000 Tonnen Wasserdruck umgeben. "Die Tiefseegräben sind die letzte unerforschte Grenze unseres Planeten", hatte er zuvor erklärt. "Sie bieten Wissenschaftlern ein Forschungsfeld für 100 Jahre." Der Kanadier wusste auch, dass sein Abenteuer nicht ungefährlich ist: "Ja, natürlich mache ich mir Sorgen", sagt er, schließlich wisse niemand, was da unten passiere. "Aber Angst ist eine gute Sache, wenn man ein Forscher ist".

Der Marianen-Graben ist rund 2550 Kilometer lang und im Schnitt 69 Kilometer breit. Er liegt östlich der Philippinen. Cameron wurde bei seinem Vorhaben von einem Team unterstützt, das mit den beiden Booten "Mermaid Sapphire" und "Barakuda" an der Oberfläche blieb. Am Grund des Marianengrabens liegt die Wassertemperatur nahe am Gefrierpunkt.

Quelle: ntv.de, AFP/dpa