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Bei plötzlicher HitzeLangsam akklimatisieren

12.07.2007, 16:00 Uhr

Wird es nach mehreren regnerischen Wochen plötzlich sehr heiß, muss der Körper langsam daran gewöhnt werden. Auch wenn die Freude über Wärme und Sonne groß ist, sollte gerade die Mittagszeit im Haus oder ruhig im Schatten verbracht werden.

Wird es nach mehreren regnerischen Wochen plötzlich sehr heiß, muss der Körper langsam daran gewöhnt werden. Auch wenn die Freude über Wärme und Sonne groß ist, sollte gerade die Mittagszeit im Haus oder ruhig im Schatten verbracht werden.

Das sagte Klaus Schäfer, Vorsitzender des Hausärzteverbandes Hamburg. Der Deutsche Wetterdienst in Offenbach rechnet nach einer längeren Periode mit kühlen und wechselhaften Tagen derzeit mit einem sehr schnellen Wetterwechsel und für diesen Sonntag (15. Juli) mit Temperaturen um 35 Grad.

"Versuchen Sie nicht, sofort braun zu werden, sondern führen Sie den Körper erst langsam an die Sonne heran", empfahl Schäfer. Sport sollte in die Morgen- und Nachmittagsstunden verlegt werden. Bei großer Hitze sei es zudem wichtig, viel zu trinken. Um die durch Schweiß ausgeschiedenen Salze auszugleichen, empfehle es sich, zwischendurch eine würzige Brühe zu essen.

Besonders wichtig ist das ausreichende Trinken bei heißem Wetter für Menschen mit erhöhtem Schlaganfallrisiko. Verliert der Körper durch Schwitzen mehr Flüssigkeit, sei die Gefahr der Austrocknung groß, warnte die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe in Gütersloh. Betroffene sollten daher immer Getränke in Reichweite stehen haben und abends überprüfen, ob sie tatsächlich mindestens 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit zu sich genommen haben. Kaffee, schwarzer Tee und Milch sind dabei ausgenommen. Wer unter hohem Blutdruck leidet, sollte bei Mineralwasser zu natriumarmen Produkten greifen.

Treten bei Hitze Probleme wie Schwindel oder ein Schwächegefühle auf, sollten sich Betroffene sofort hinlegen, gegebenenfalls mit erhöhten Beinen. "Das fördert den Rückfluss des Blutes aus den Beinen", sagte Schäfer. Kühle Tücher auf der Haut verhindern starkes Schwitzen. Durch den Aufenthalt in klimatisierten oder geheizten Räumen sei das vegetative Nervensystem heute oft nicht mehr trainiert, auf Änderungen des Wetters zu reagieren. Kurzfristig lasse sich daran nichts ändern, so Schäfer. Wechselduschen mit warmem und kaltem Wasser könnten aber helfen, den Körper langfristig abzuhärten.