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Neue Therapie mit nur zwei Wirkstoffen Leukämie lässt sich ohne Chemo heilen

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Bisherige Leukämietherapien waren mit zahlreichen Nebenwirkungen, wie Schwächung des Immunsystems und Haarausfall verbunden.

(Foto: REUTERS)

Jedes Jahr erkranken rund 300 Menschen in Deutschland an Akuter Promyelozytärer Leukämie (APL), einer Form des Blutkrebses, die schnell lebensbedrohlich ist. Forscher finden heraus, dass sich APL mit nur zwei Wirkstoffen stoppen lässt. Das macht die bisherige Chemotherapie überflüssig.

Wissenschaftlern ist es gelungen, eine besondere Form des Blutkrebses ohne Chemotherapie erfolgreich zu bekämpfen. Mit einer groß angelegten Studie konnte bewiesen werden, dass mit lediglich zwei Wirkstoffen die besondere Form der Leukämie, die kurz APL genannt wird, bei 98 Prozent der Betroffenen geheilt werden konnte. Das stellt eine deutliche Verbesserung der Heilungsaussichten im Vergleich zu den Ergebnissen mit der herkömmlichen Therapie dar.

Akute Promyelozytärer Leukämie (APL) entsteht aufgrund eines fehlerhaften Gens. Zwischen den Chromosomen 15 und 17 befinden sich ausgetauschte Chromosomenstücke. Diese führen dazu, dass zwei Gene zusammenschmelzen. Es entsteht ein Gen, das von Fachleuten mit PML-RARα bezeichnet wird. Dieses Fusionsgen lässt die für die Blutbildung zuständigen Knochenmarkzellen entarten. Die Folge sind Gerinnungsstörungen mit lebensgefährlichen Blutungen oder die Bildung von Blutgerinnseln.

Neue Kombination wirkt besser

Bisher wurde APL mit einer Kombination eines Vitamin A-Abkömmlings (Vitamin A Derivat All-trans Retinsäure: ATRA) einem Wirkstoff, der schon seit den 1990er Jahren in der Leukämietherapie zum Einsatz kommt und aus der traditionellen chinesischen Medizin stammt und einem spezifischen Chemotherapeutikum behandelt. Auf diese Weise erreichten die Mediziner eine Zwei-Jahres-Überlebensrate von 91 Prozent.

Mit der neuen Therapie, die ATRA mit einer Arsenverbindung, dem Arsentrioxid kombiniert, kann man nicht nur 98 Prozent der Patienten retten, sondern auch die Nebenwirkungen abschwächen. Zudem verkürzt sich die Therapiezeit von zwei Jahren auf sechs Monate. Die Therapie kann zum großen Teil ambulant durchgeführt werden. Das alles sind Faktoren, die bei den Patienten zur Erhöhung der Lebensqualität beitragen. Experten sind sich deshalb einig, dass die neue Kombinationstherapie die bisherige Standardtherapie bald ablösen wird.

Die Studie wurde mit 160 Patienten an 40 italienischen und 27 deutschen Krebszentren über den Zeitraum von mehreren Jahren durchgeführt.

Quelle: n-tv.de, jze

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