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Bestände vernetzenMehr Schutz für Wildkatzen

31.08.2009, 18:38 Uhr

Ein Aktionsplan soll der Wildkatze in Deutschland zu besseren Lebensbedingungen verhelfen. So sollen die Bestände in Deutschland besser vernetzt werden.

"Die Wildkatze braucht eine Zukunft in unserem Land durch mehr Schutz ihrer Kernlebensräume in Deutschlands Wäldern", sagte Hubert Weinzierl, Vorsitzender des Kuratoriums der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), in Frankfurt. Die isolierten Wildkatzen-Bestände im Westen und in der Mitte Deutschlands müssten miteinander vernetzt werden, damit die Tiere wandern könnten. Zum Aktionsplan gehören neben einer Bestandsaufnahme Leitsysteme an Straßen sowie Über- und Unterführungen für wandernde Tiere.

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Haus- und Wildkatze unterscheiden sich nur beim genaueren Hinsehen voneinander. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Die grau-braun gefärbten Wildkatzen leben versteckt in Wäldern. Ihr gedrungener Körper und vor allem ihr buschiger Schwanz mit dunklen Ringen und stumpfem, schwarzem Ende unterscheidet sie von Hauskatzen. Allerdings seien die scheuen Tiere in freier Wildbahn optisch nicht sicher von Hauskatzen zu unterscheiden, sagte Wolfgang Fremuth von der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF). "Sie galten bisher aufgrund ihrer Lebensweise in vielen Waldgebieten Deutschlands als ausgestorben, verschwunden oder schlicht als unbekannt." Nachweise von Wildkatzen führen Wissenschaftler mit Hilfe von Lockstoffen: In Waldgebieten, wo Tiere vermutet werden, stellen sie Stäbe mit Lockmitteln auf. Die Haare, die die Tiere dort abstreifen, werden genetisch untersucht.

Gesicherte Vorkommen der Wildkatze gibt es in Rheinland-Pfalz, Hessen, Thüringen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Die Naturschützer fordern Verzicht auf den Bau neuer Straßen und mehr Hilfen für die Tiere beim Über- oder Unterqueren vorhandener Verkehrswege. Außerdem müsse die Verbreitung der Tiere intensiver untersucht werden, um Trends zu erkennen. Mit Unterstützung der DBU und der ZGF arbeitet der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) an einem Rettungsnetz für die Wildkatze.

Quelle: dpa