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Donnerstag, 10. Dezember 2009

Gefahr für Grauspecht und Brachpieper: Mehr Vogelarten gefährdet

Ein Ortolan, auch Grauammer genannt, auf einer Astgabel. Auch diese Vogelart gilt als gefährdet.
Ein Ortolan, auch Grauammer genannt, auf einer Astgabel. Auch diese Vogelart gilt als gefährdet.(Foto: dpa)

Die Situation einiger bedrohter Vogelarten hat sich in Deutschland noch weiter verschlechtert. Das geht aus dem Statusbericht "Vögel in Deutschland 2009" hervor, den das Bundesamt für Naturschutz (BfN) in Bonn vorgestellt hat. Vor allem Feldvögel und Bodenbrüter befänden sich "weiter auf dem absteigenden Ast", sagte BfN-Präsidentin Beate Jessel. Innerhalb der vergangenen fünf Jahre nahmen bei 27 von 64 häufigen Brutvogelarten die Bestände ab - beim Vorjahresbericht waren es noch 21 Arten.

30 Jahre nach Inkrafttreten der EG-Vogelschutzrichtlinie falle die Bilanz für Deutschland ernüchternd aus. "Knapp 50 Prozent der besonders zu schützenden Vogelarten stehen immer noch auf der Roten Liste und sind damit in ihren Beständen gefährdet", kritisierte Stefan Fischer, Vorsitzender des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten (DDA). "Insbesondere den hochgradig bedrohten Arten wie Grauspecht und Brachpieper muss durch geeignete Maßnahmen geholfen werden." Der DDA ist der Zusammenschluss aller landesweiten und regionalen ornithologischen Verbände in Deutschland

Bundesamtspräsidentin Jessel forderte, staatliche Fördermittel stärker an Leistungen für den Schutz der Vogelwelt zu koppeln. Gezielte Schutzprogramme für bestimmte Vogelarten - etwa Großtrappe, Wiesenweihe oder Schwarzstorch - hätten bereits positive Ergebnisse gebracht. In Niedersachsen etwa wurden landwirtschaftliche Fördermittel dafür eingesetzt, einige Nutzflächen ohne Pflanzenschutzmittel und Dünger zu bewirtschaften. So sei es gelungen, dem Ortolan - auch Gartenammer genannt - einen gesünderen Lebensraum zu geben.

Quelle: n-tv.de