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"Blaue Flecken" im GehirnMeist ohne Beschwerden

30.05.2007, 15:22 Uhr

Bei Aussackungen von Blutgefäßen im Gehirn besteht ein hohes Risiko für einen Schlaganfall. Die so genannten Aneurysmen kommen bei etwa fünf Prozent der Erwachsenen vor.

Bei Aussackungen von Blutgefäßen im Gehirn besteht ein hohes Risiko für einen Schlaganfall. Die so genannten Aneurysmen kämen bei etwa fünf Prozent der Erwachsenen vor, teilt die Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) in Neuss mit. "Reißt ein Hirnaneurysma, kann das austretende Blut zu schweren Schädigungen des Hirngewebes führen", warnt der DGN-Sprecher Prof. Hans-Christoph Diener. Oft bleibe ein Aneurysma unbemerkt, weil die Betroffenen keine Symptome haben. Lediglich bei größeren Aneurysmen könnten Kopfschmerzen, Lähmungen und Doppelbilder auftreten.

Dennoch lässt sich die Gefahr eingrenzen: Zu beobachten sei immer wieder eine familiäre Häufungen von Aneurysmen. Auch eine angeborene Bindegewebsschwäche begünstigt ihre Entstehung. "Bluthochdruck, fortgeschrittene Arteriosklerose und Rauchen tragen zusätzlich zur Bildung von Aneurysmen bei", erklärt der Direktor der Klinik für Neurologie in Essen.

Liegen diese Risiken vor, sei eine Untersuchung der Hirngefäße mit bildgebenden Verfahren wie der Magnetresonanz- oder der Computertomographie sinnvoll. Wird bei einem Patienten ein größeres Aneurysma gefunden, das noch nicht geblutet hat, gibt es mehrere Behandlungsmethoden. So lässt sich das Aneurysma durch eine Öffnung in der Schädeldecke mit einer Gefäßklemme vom Blutkreislauf isolieren.

"Beim so genannten Coiling-Verfahren dagegen führen die Neuroradiologen feine Platinspiralen über einen Katheter in der Leiste bis in das Hirnaneurysma. Dort rollen sich die feinen Spiralen auf, füllen die Aussackung vollständig und trennen sie somit vom Blutstrom", erläutert Prof. Michael Forsting, Radiologe am Universitätsklinikum Essen. "Diese schonende Behandlung dauert in der Regel nur ein bis zwei Stunden." Kommt es allerdings zu einer Blutung mit Einblutung in die Hirnhäute, müssen die Betroffenen sofort in die nächstgelegene neurochirurgische Klinik gebracht werden, damit das Aneurysma so schnell wie möglich verschlossen wird.