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Kleine, teure Helfer Mikroben sollen Ölteppich fressen

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Das austretende Öl verpestet den Golf von Mexiko - Mikroben könnten bei der Bekämpfung helfen.

(Foto: dpa)

Ölfressende Mikroben können nach Auffassung Greifswalder Mikrobiologen bei der Beseitigung von Ölteppichen wie derzeit im Golf von Mexiko helfen. Diese speziellen Bakterien, Hefen und fadenförmigen Pilze seien in der Lage, Kohlenwasserstoffe in leichter umsetzbare und umweltfreundlichere Zwischenprodukte und schließlich in Kohlendioxid und Wasser aufzuspalten, teilte der Mikrobiologe Frieder Schauer in Greifswald mit. Noch sei es jedoch relativ teuer, die Organismentypen im Havariefall massenhaft zu vermehren und an der Unglücksstelle auszubringen. Zudem könnten auch oftmals nicht alle Schadstoffe gleichermaßen abgebaut werden.

Die Universität beherbergt nach eigenen Angaben die deutschlandweit größte Sammlung von ölabbauenden Mikroorganismen. Die Forscher untersuchen die spezifischen Ernährungs- und Lebensbedingungen sowie das Abbauspektrum der Organismen. Ziel sei es, Methoden zu entwickeln, die einen preiswerten Einsatz der Mikroorganismen bei Ölhavarien ermöglichen.

Die Mikroorganismen der mehrere tausend Typen umfassenden Sammlung konnten seit den 1970er Jahren nach Angaben der Universität aus den Böden um Tankstellen, aus Erdöl-Förderregionen oder ölverschmutzten Meeresbereichen isoliert werden. Darunter befänden sich solch leistungsfähige Organismen wie die "Superölhefe" Candida maltosa. Diese sei besonders effektiv an die Verwertung von Öl angepasst und könne bestimmte Erdöl-Bestandteile schneller als Zucker abbauen. Für die Beseitigung von Erdöl-Verunreinigungen im Meer eigne sich vor allem das salztolerante Bakterium Alkanivorax borkumensis. Andere Bakterien seien vor allem für den Einsatz in heißen Wüstenregionen geeignet.

Quelle: ntv.de, dpa