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Genug, um zehn Minuten zu atmen NASA stellt Sauerstoff auf dem Mars her

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Der Rover "Perseverance" wandelte Kohlendioxid aus der Atmosphäre des Mars in Sauerstoff um.

(Foto: AP)

Nach dem ersten erfolgreichen Flug auf einem fremden Planeten gelingt der US-Raumfahrtbehörde NASA eine weitere Premiere: Zum ersten Mal kann der Rover "Perseverance" Sauerstoff aus der Mars-Atmosphäre gewinnen. Es könnte ein Meilenstein für menschliche Missionen zum Roten Planeten werden.

Der US-Marsmission ist eine weitere Pioniertat gelungen: Der Rover "Perseverance" wandelte Kohlendioxid (CO2) aus der Atmosphäre des Roten Planeten in Sauerstoff um, wie die US-Raumfahrtbehörde NASA mitteilte. Erstmals in der Geschichte der Raumfahrt sei dieser Prozess nun auf einem anderen Planeten vollzogen worden. NASA-Manager Jim Reuter sprach von einem "entscheidenden ersten Schritt".

Bei dem Experiment, das am 20. April stattfand, kam "Moxie" (Mars Oxygen In-Situ Resource Utilization Experiment) zum Einsatz, ein goldener Kasten von der Größe einer Autobatterie. Das Gerät spaltet über elektrische und chemische Prozesse das CO2 auf und gewinnt auf diese Weise Sauerstoff.

Das Verfahren könnte nicht nur Astronauten, die eines Tages den Roten Planeten betreten sollen, das Atmen ermöglichen. Insgesamt fünf Gramm Sauerstoff habe "Moxie" bei einem ersten solchen Einsatz extrahieren können, so die NASA- das lasse einen Astronauten ungefähr zehn Minuten lang atmen. Das Gerät soll künftig aber bis zu zehn Gramm Sauerstoff pro Stunde generieren können. Es könnte auch den benötigten Sauerstoff liefern, der in großen Mengen für den Antrieb der Rakete bei der Rückreise zur Erde benötigt wird.

Am Montag war es der NASA bereits gelungen, mehr als eine halbe Minute lang den Mini-Hubschrauber "Ingenuity" auf dem Mars fliegen zu lassen. Das nur 1,8 Kilogramm schwere und vom Aussehen an eine Drohne erinnernde Gerät flog rund drei Meter in die Höhe- und landete nach 39 Sekunden wieder. "Perseverance" sandte ein wackliges Farb-Video zur Erde, auf dem zu sehen ist, wie "Ingenuity" erst am Boden steht, dann fliegt und dann wieder steht. Frühestens am 22. April soll der nächste Flugversuch gestartet werden.

Quelle: ntv.de, kst/AFP/dpa

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