Affen zerschlagen BienenstöckeSchimpansen nutzen die Keule
Einige afrikanische Schimpansen nutzen eine Art schwere Holzkeule, um Bienenstöcke aufzubrechen. Die Primaten dreschen damit so lange auf Baumhöhlen oder andere Bauten ein, bis sie an den Honig kommen.
Einige afrikanische Schimpansen nutzen eine Art schwere Holzkeule, um Bienenstöcke aufzubrechen. Die Primaten dreschen damit so lange auf Baumhöhlen oder andere Bauten ein, bis sie an den Honig kommen. Das berichtet eine Gruppe um Crickette Sanz vom Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig nach insgesamt 88 Monaten Beobachtungsdauer. Die Studie erscheint im "International Journal of Primatology" und gibt zudem einen Überblick darüber, auf welche anderen Arten die Tiere an die begehrte Süßspeise gelangen. Die neue Beobachtung zeige aber auch, dass der Schutz einer jeden Untergruppe der Affen lohne, weil diese unterschiedliche Traditionen beim Werkzeuggebrauch haben können.
Die Forscher verbrachten ihre Zeit im Goualougo-Dreieck, einer Region des Nouabal-Ndoki-Nationalparks in der Republik Kongo. Dabei beobachteten sie insgesamt 40 Versuche, Honig zu erbeuten. In knapp mehr als der Hälfte der Fälle hatten die Tiere Erfolg. Die häufigste Strategie war das "Bienenstock-Dreschen": Ein dicker, schwerer Ast wurde - mit einem seiner beiden Enden voran - auf den Eingang der Bienenhöhle geschlagen. Mit jedem Treffer ermüdet die Höhle, bis ihre Wand irgendwann bricht. Derartige Bienenstöcke finden sich etwa in Termiten- oder Baumhöhlen. In einigen Fällen verzeichneten die Videoaufnahmen 1000 und mehr Schläge, bis der Schimpanse (Unterart Pan troglodytes troglodytes) am Ziel war. Oft droschen die Affen aber auch vergeblich auf die Höhle ein - die entweder nicht nachgab oder sich als leer erwies.
Nicht stechende Bienen bevorzugt
Nach Ansicht von Sanz haben die Affen in Zentralafrika - also dem für ihre Studie untersuchten Gebiet im Kongobecken - fortschrittlichere Strategien zum Honigsammeln entwickelt als ihre Artgenossen in Ost- und Westafrika. Womöglich handele es sich beim Bienenstock-Dreschen nur um eine regionale Variante. Bevorzugt attackierten die Primaten Nester nicht stechender Bienen - aus offensichtlichen Gründen.
Die Videoaufnahmen aus dem afrikanischen Busch zeigen, dass Affen viel Mühe und auch Risiken auf sich nehmen. Sie schleppen ihr bis zu ein Kilogramm schweres Werkzeug in große Höhen und halten sich in den unmöglichsten Positionen fest, um ihn auf die Nester zu schlagen. Ein Jungtier fiel beim Honigsammeln aus dem Baum zur Erde. Beim Inspizieren der Nester in der Höhe klemmen sich die Affen ihr Werkzeug auf vielfältige Weise an den Körper. Das Dreschen hat Sanz nur bei der Unterart Pan troglodytes troglodytes beobachtet. Die bei allen Schimpansen am weitesten verbreitete Methode zum Honigsammeln war hingegen das "dippen": Dabei werden entlaubte Äste in den Bienenstock getaucht, um Larven und Honig "herauszuangeln" und abzuschlecken.