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Sauna im Sommer sinnvoll Schwitzen gegen Hitze

Wenn es draußen schwül und heiß ist, springen die meisten Menschen zur Abkühlung am liebsten ins kalte Wasser. Doch auch das Gegenteil kann Erfrischung bringen: Ein Gang in die heiße Sauna.

"Vielen Menschen ist das gar nicht bewusst, aber beim Saunieren im Sommer ist der Frische-Kick noch viel größer als im Winter", sagt Hans-Jürgen Gensow vom Deutschen Sauna-Bund in Bielefeld. Und bei den in diesem Sommer oft eher mäßigen Temperaturen ist die Sauna ohnehin für viele Menschen eine warme Zuflucht.

"Im Sommer nutzen die Saunabesucher die Außenanlage und die kühlenden Brausen naturgemäß mehr als im Winter", berichtet Gensow aus eigener Erfahrung. Dadurch nehme die Abkühlung faktisch und auch aus psychologischer Sicht eine größere Rolle ein als sonst - weswegen das Frischegefühl nach dem Saunagang erhöht werde.

Auch der Deutsche Wellnessverband in Düsseldorf sieht beim sommerlichen Saunieren nur Vorteile. "Regelmäßige Saunabesuche trainieren den Organismus, sich rasch auf äußere Temperaturen einzustellen", erklärt der Vorstandsvorsitzende Lutz Hertel. Für Anfänger biete das Saunabaden an Sommertagen außerdem ein weiteres Plus: "Die Abkühlung an der Luft, unter der kalten Dusche oder im Tauchbecken wird bei warmen Außentemperaturen weniger als Schock erlebt, sondern mehr als wohltuende Erfrischung", sagt Hertel.

Trotz dieser positiven Berichte warnen Mediziner aber auch vor dem Zusatz-Schwitzen im Sommer. "Alte und schwer herzkranke Menschen sollten genauso vorsichtig sein wie Hochschwangere und Patienten, die unter schweren Durchblutungsstörungen leiden", sagt Wolf von Römer, Vizepräsident des Berufsverbandes Deutscher Internisten in München. "In diesen Fällen belastet die zusätzliche Hitze in der Sauna die ohnehin geschwächten Körper zu sehr."

Wer sich dennoch fit genug für den Saunagang hält, sollte gerade im Sommer bestimmte Regeln einhalten: "Man darf nichts übertreiben", warnt von Römer. So dürfe eine Sitzung nicht länger als 10 bis 20 Minuten dauern. Außerdem sei die anschließende, ausgiebige Abkühlung für jeden Körper wichtig. "Ruhepausen von bis zu 30 Minuten sind ebenfalls ein Muss. Sonst geht der Erholungseffekt verloren." Nach dem Saunieren sollte die verlorene Flüssigkeit ersetzt werden: Empfehlenswert sind Mineralwasser oder verdünnte Fruchtsäfte.

Trotz der großen Verlockung sollte man laut Wellnessverband nicht sofort nach einem Saunabad unter die Dusche oder ins Tauchbecken gehen. "Kühlen Sie sich erst an der frischen Luft ab, der Körper benötigt jetzt Sauerstoff", rät Hertel. Nach dem Abkühlen sollte dann noch ein warmes Fußbad auf dem Programm stehen. "Das wird zwar vor allem von Anfängern häufig vergessen oder vernachlässigt, aber so wird die noch im Körper verbliebene Wärme abgeführt und verhindert das unangenehme Nachschwitzen", erklärt Hertel.

"Wer einen Urlaub in besonders heißen Regionen plant, kann die Sauna nutzen, um seinen Körper - also seine Schweißdrüsen - auf die bevor stehende Hitze vorzubereiten", sagt Hertel. Für Internist von Römer ist das jedoch "Unsinn". "Sauna hin oder her: Temperaturen von mehr als 35 Grad sind wir hier einfach nicht gewöhnt", sagt er. "Darauf kann man sich auch nicht vorbereiten." Tatsächlich könne regelmäßiges Saunabaden aber bewirken, dass man weder gegenüber Kälte noch Hitze so empfindlich ist wie andere Menschen.

Quelle: ntv.de

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