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Atomen auf der SpurSuper-Mikroskop im Bau

04.11.2009, 13:45 Uhr
atome
PICO macht Strukturen sichtbar, die der Forschung bisher nicht zugänglich waren. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Im Forschungszentrum Jülich hat der Bau eines Labors für eines der stärksten Mikroskope der Welt begonnen. Das Elektronenmikroskop mit einer Rekord-Auflösung von 50 Milliardstel Millimetern soll vom kommenden Jahr an Materialforschern einzigartige Einblicke in die Welt der Atome ermöglichen.

Das teilten das Forschungszentrum und die RWTH Aachen mit. Mit dem Mikroskop PICO (Advanced Picometre Resolution Project) können Spezialisten aus Wissenschaft und Industrie demnach atomare Strukturen untersuchen, die bisher der Forschung nicht zugänglich waren. Davon sollen unter anderem Energieforschung und Informationstechnologie profitieren.

Bisher nicht gekannte Genauigkeit

PICO wird den Wissenschaftlern nach Angaben des Forschungszentrums und der Hochschule nicht nur die Beobachtung von Einzelatomen ermöglichen. Durch modernste Computerverfahren können auch Atomabstände und Atomverschiebungen mit einer bisher nicht gekannten Genauigkeit von etwa einem Pikometer vermessen werden, also weniger als einem Hundertstel eines Atomdurchmessers. Gleichzeitig lassen sich den Angaben zufolge durch spektroskopische Analyse die Natur der untersuchten Atome und ihre chemischen Bindungsverhältnisse aufklären.

Der Neubau des Labors für PICO und die Geräteausstattung wird vom Bund, dem Land Nordrhein-Westfalen und der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit insgesamt rund 15 Millionen Euro gefördert. Für das Projekt wird das bereits bestehende Ernst-Ruska-Centrum (ER-C) für Mikroskopie und Spektroskopie mit Elektronen auf dem Gelände des Forschungszentrums Jülich erweitert. Das von der RWTH Aachen und dem Forschungszentrum gemeinsam gegründete ER-C entwickelt wissenschaftlich-technische Infrastruktur und Methoden für die Materialforschung. Es handelt sich um das erste nationale Nutzerzentrum für höchstauflösende Elektronenmikroskopie.

Mustergültige Zusammenarbeit

Beim ersten Spatenstich für den Erweiterungsbau würdigte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesforschungsministerium, Thomas Rachel (CDU), die "herausragende Grundlagenforschung" im Zuge des Projekts. Das ER-C und das Vorhaben PICO seien ein "Musterbeispiel dafür, wie durch die Zusammenarbeit von Hochschule und außeruniversitärer Forschung Meilensteine für den Innovationsstandort Deutschland erreicht werden können". "Forscherinnen und Forscher werden hier in Jülich mit einem der stärksten Mikroskope der Welt völlig neue Einblicke in die Struktur der Materie gewinnen können", erklärte Rachel.

Quelle: AFP