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Wichtig für Millionen MenschenTanganjikasee viel zu warm

17.05.2010, 14:19 Uhr

Der zweitgrößte See Afrikas, der Tanganjikasee, ist neuesten Forschungen zufolge so warm wie seit 1500 Jahren nicht mehr. Die Erwärmung hat fatale Folgen: Die natürliche Nahrungskette wird beeinträchtigt, von der Mensch und Tier abhängig sind.

Lake-tanganyika
Der Tanganjikasee aus dem All. An ihn grenzen die Demokratische Republik Kongo, Tansania, Sambia und Burundi. (Foto: Nasa)

Die Wassertemperatur im afrikanischen Tanganjikasee hat ihren höchsten Stand seit 1500 Jahren erreicht. Das Oberflächenwasser sei mit 26 Grad so warm wie seit dem Jahr 500 nach Christus nicht mehr, berichteten Forscher aus den USA in einer Studie im Magazin "Nature Geoscience". Sie werteten dafür über Bohrungen gewonnene Sedimentproben aus.

Durch die Erwärmung ist dem Bericht zufolge die Artenvielfalt in dem See bedroht, wodurch die Nahrungsmittelgrundlage von Millionen Menschen im südlichen Zentralafrika in Gefahr geraten könnte.

Der Tanganjikasee ist der zweitgrößte See Afrikas nach dem Viktoriasee. Für rund zehn Millionen Menschen in den angrenzenden Ländern Demokratische Republik Kongo, Tansania, Sambia und Burundi bildet er die Lebensgrundlage. Pro Jahr werden aus ihm rund 200.000 Tonnen Fisch gefangen.

Menschen brauchen den Fisch

Das wärmere Oberflächenwasser verhindere, dass kühle Strömungen aus den Tiefen des Gewässers, die lebensnotwendige Nährstoffe mitführen, nach oben gelangen könnten, schrieben die Forscher um Jessica Tierney von der Brown-Universität im US-Bundesstaat Rhode Island. Letztlich würden über die Nahrungskette des Sees dadurch auch die vom Menschen gefangenen Fischarten beeinträchtigt.

"Die Menschen im südlichen Zentralafrika hängen vom Fisch aus dem Tanganjikasee als entscheidende Proteinquelle ab", erklärte der Geologe Andrew Cohen von der Universität von Arizona, der an der Studie beteiligt war. "Diese Ressource ist durch die beispiellose Erwärmung des Sees seit dem späten 19. Jahrhundert bedroht."

Quelle: AFP