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Übelkeit, Erbrechen, AngstÜbungen gegen Schwindel

08.02.2006, 09:40 Uhr

Mit einer Abfolge bestimmter Kopf- und Körperhaltungen lassen sich Ablagerungen im Gleichgewichtsorgan des Ohrs, die den so genannten gutartigen Lagerungsschwindel verursachen, lösen.

Schwindelgefühle können in bestimmten Fällen mit Hilfe einfacher Übungen selbst behandelt werden.

"Mit einer Abfolge bestimmter Kopf- und Körperhaltungen lassen sich Ablagerungen im Gleichgewichtsorgan des Ohrs, die den so genannten gutartigen Lagerungsschwindel verursachen, lösen", erklärt Curt Beil vom Berufsverband Deutscher Neurologen. Dieses Befreiungsmanöver könne nach einer kurzen Einweisung durch den Neurologen allein zu Hause vorgenommen werden.

"Bei Patienten mit gutartigem Lagerungsschwindel bilden sich winzige Steinchen in der Flüssigkeit des Gleichgewichtsorgans", erläutert der Mediziner. Diese irritierten mit ihrem Gewicht die Sensorzellen im Ohr. "Dadurch empfängt das Gehirn eine falsche Meldung, bei der die Informationen aus Lageempfinden und Sehen nicht übereinstimmen - das Resultat ist ein Schwindelgefühl."

Die Schwindelanfälle dauern nur Sekunden an und treten meist nach schnellen Bewegungen des Kopfes auf, etwa beim Bücken oder beim Aufrichten nachts im Bett, erläutert der Neurologe. In Ruhe sind die Patienten beschwerdefrei. Oft begleiten Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbrüche und Angstgefühle die Schwindelattacken. Bis zum 70. Lebensjahr leidet jeder Dritte irgendwann unter dieser harmlosen, aber bedrohlich erscheinenden Schwindelform. Vermutlich spielen Alterungsprozesse im Ohr, aber auch leichte Schädel-Hirn-Traumen oder längere Bettlägerigkeit bei der Entstehung eine Rolle.

"Generell gilt: Plötzlich einsetzende, häufige oder anhaltende Schwindelanfälle sollten unbedingt von einem Neurologen abgeklärt werden", rät Beil. "Denn hinter Schwindelgefühlen können sich neurologische Störungen, Ohren-Erkrankungen, Herz-Kreislauf-Leiden oder aber auch psychische Ursachen wie eine Angststörung verbergen."