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ElefantenkrankheitVorsorge ab sechs Cent

31.10.2007, 03:00 Uhr

Die Elephantiasis, die vor allem in den Tropen auftritt, ist eine Krankheit, die Menschen oft schrecklich entstellt. Mehr als 1,3 Milliarden Menschen in 83 Ländern sind davon bedroht.

Der Schutz vor der so genannten Elefantenkrankheit, die Menschen oft schrecklich entstellt, kostet einer US-Studie zufolge jährlich nur zwischen 6 US-Cents und 2,23 US- Dollar (1,55 Euro) pro Kopf. Mit diesem vergleichsweise geringen Betrag lässt sich ein Vorsorgeprogramm gegen die Infektion mit den krankmachenden Fadenwürmern finanzieren, wie ein internationales Forscherteam um Ann Goldmann von der George Washington School of Public Health herausgefunden hat. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation sind mehr als 1,3 Milliarden Menschen in 83 Ländern von der Elephantiasis bedroht, wie Ärzte die Krankheit nennen.

Die Studie, die im Fachjournal "Neglected Tropical Diseases" der Public Library of Science erschienen ist, beruht auf Daten aus sieben Ländern. Die Unterschiede bei den Behandlungskosten ergaben sich dadurch, wie lange das Schutzprogramm schon lief, wie viele Helfer kostenlos mitmachten und wie viele Menschen behandelt wurden. Die Kosten für den Infektionsschutz entsprächen vergleichbaren Vorsorgeprogrammen, schreiben die Autoren.

Die Elefantenkrankheit tritt vor allem in den Tropen auf, oft als Spätfolge einer Infektion durch Fadenwürmer, es gibt aber auch andere Formen. Die Würmer gelangen durch einen Mückenstich ins Lymphsystem und verursachen dort eine chronische Entzündung, die zu einer extremen Schwellung führen kann. Häufig sind besonders die Beine betroffen. Die von Fadenwürmern ausgelöste Elephantiasis könnte durch die jährliche Gabe zweier Medikamente ausgerottet werden, meinen die Forscher.