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Hashimoto, Zöliakie, MS Was Autoimmunerkrankte nicht essen sollten

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Weißmehl besser meiden.

(Foto: imago images/Cavan Images)

Autoimmunerkrankungen betreffen immer mehr Menschen. Heilen kann man sie nicht, doch mit der richtigen Therapie und einer gesunden Ernährung ist ein gutes Leben in vielen Fällen möglich. Diese fünf Lebensmittel sollten Betroffene unbedingt meiden.

Immer mehr Menschen in Deutschland leiden an einer Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem das körpereigene Gewebe oder ein Organ angreift. Chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, Typ-1-Diabetes sowie die chronische Entzündung der Schilddrüse (Hashimoto-Thyreoiditis) zählen dabei zu den häufigsten Autoimmunerkrankungen. Trotz schulmedizinischer Therapien erreichen viele Betroffene kein dauerhaftes Wohlbefinden und die Krankheit schreitet weiter voran. Daher lohnt es sich, ein Blick auf die Ernährung zu werfen, denn die kann einen wesentlichen Einfluss auf den Krankheitsverlauf haben.

Was sind Autoimmunerkrankungen?

Das Immunsystem ist dazu da, um körperfremde Eindringlinge wie Viren, Bakterien oder Pilze abzuwehren und für den Organismus unschädlich zu machen. Bei Autoimmunerkrankungen wie Diabetes Typ 1, Morbus Bechterew oder Rheumatoider Arthritis ist das Immunsystem jedoch gestört: Die Abwehrkräfte richten sich plötzlich gegen körpereigenes Gewebe und zerstören dieses auf Dauer. Je nach Art der Autoimmunerkrankung sind dabei unterschiedliche Gewebe oder Organe betroffen.

Da es ungefähr 80 bis 100 verschiedene Autoimmunerkrankungen gibt, können die Symptome sehr unterschiedlich ausfallen. Zu den möglichen Anzeichen zählen unter anderem:

  • Fieber
  • Durchfall
  • Muskelschmerzen
  • Juckreiz
  • Trockene Augen
  • Müdigkeit
  • Geschwollene und schmerzhafte Gelenke
  • Haarausfall

Die Ursachen für Autoimmunerkrankungen sind bisher nicht bekannt, wobei viele Mediziner vermuten, dass Stress, hormonelle Umstellungen (Pubertät, Schwangerschaft, Wechseljahre), die genetische Prädisposition, Infektionen, Medikamente und auch die Ernährung eine Rolle spielen.

Ernährung hat großen Einfluss auf den Verlauf

Nicht immer reichen die üblichen schulmedizinischen Therapien wie zum Beispiel mit Kortison, Lichttherapie oder Immunsuppression aus, damit unangenehme Symptome verschwinden und die Lebensqualität zurückkehrt. Doch die Betroffenen selbst können mit der richtigen Ernährung sowie einem niedrigen Stresslevel einen großen Beitrag für ihr Wohlbefinden leisten. Eine falsche Ernährung und viel Stress sind nämlich Gift bei Autoimmunerkrankungen, denn Entzündungen im Körper werden dadurch gefördert. Aufgrund der Entzündungen kann es dann zu Krankheitsschüben kommen. Helfen kann daher eine antientzündliche Ernährung. Besonders die folgenden fünf Nahrungsmittel sind stark entzündungsfördernd und daher bei Autoimmunerkrankungen zu vermeiden:

  • Raffinierte Kohlenhydrate

Weißmehlprodukte führen besonders schnell zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels, da sie schnell verdaut werden können. Je höher der Blutzuckerspiegel jedoch ansteigt, desto stärker ist die Entzündungsreaktion. Das kann dann zu Symptomen wie Gelenk- und Muskelschmerzen führen. Betroffene sollten daher Süßigkeiten, Desserts und andere besonders zuckerreiche Lebensmittel unbedingt einschränken oder ganz vermeiden.

  • Alkohol

Menschen mit einer Autoimmunerkrankung sollten auch auf das Feierabendbier lieber verzichten, denn auch Alkohol wirkt stark entzündungsfördernd. In einer im "World Journal of Gastroenterology" veröffentlichten Studie heißt es dazu: "Starker Alkoholkonsum trägt zur systemischen Entzündung bei, indem er die natürlichen Abwehrkräfte des Körpers gegen den Zustrom von Darmmikrobiota und seinen Produkten beeinträchtigt". So stört Alkohol also das Gleichgewicht der Darmflora, was wiederum Entzündungen begünstigt.

  • Transfette

Transfette sind ungesättigte Fettsäuren, die entstehen, wenn Pflanzenöl industriell gehärtet wird. Eine Reihe von Studien haben bereits den Zusammenhang zwischen Transfetten und Entzündungen bewiesen. Wer von einer Autoimmunerkrankung betroffen ist, sollte daher Lebensmittel mit Transfetten besser meiden. Dazu gehören unter anderem Backwaren, Süßwaren, Chips, Pommes und viele Fertiggerichte. Betroffene sollten vor dem Einkauf die Etiketten der Lebensmittel lesen. Die Worte "gehärtetes", "teilgehärtetes" oder "hydrogenisiertes" Pflanzenfett geben an, ob Transfette im Nahrungsmittel enthalten sind. Nur so können sie gemieden werden. Zudem niemals mehrfach ungesättigte Fettsäuren hoch erhitzen. Zum Braten und Frittieren sind Butterschmalz oder Erdnussöl besser geeignet.

  • Rotes Fleisch

Nicht nur, dass rotes und verarbeitetes Fleisch Entzündungsreaktionen im Körper auslösen können - diese Lebensmittel sind laut der Weltgesundheitsorganisation sogar krebserregend. Grund genug also, rotes Fleisch wie Rind, Schwein, Lamm, Hammel, Pferd und Ziege und durch Salzen, Pökeln, Fermentation und Räuchern verarbeitetes Fleisch zu vermeiden.

  • Aspartam

Aspartam wird in vielen Getränken und Lebensmitteln als künstliches Süßungsmittel verwendet. Wie gesund oder ungesund der Süßstoff wirklich ist, wird seit Jahren von Wissenschaftlern weltweit erforscht. Eine Metastudie, die Untersuchungen zu Aspartam im Zeitraum von 2000 bis 2016 analysierte und die Ergebnisse im Magazin "Nutrition Reviews" veröffentlichte, kommt zu dem Schluss, dass Aspartam viele schädigende Wirkungen auf den Körper haben kann. Dazu gehören neben Entzündungen sogar auch Zellschäden, da die Zellen in deren Funktion beeinträchtigt werden. Die European Food Safety Authority (EFSA) hält allerdings bis zu 40 Milligramm Aspartam pro Kilogramm Körpergewicht für gesundheitlich unbedenklich. Dennoch lohnt es sich, auszuprobieren, ob unangenehme Symptome durch den Verzicht auf Aspartam verschwinden.

Antientzündliche Ernährung hilft

Nun stellt sich natürlich die Frage, welche Lebensmittel bei Autoimmunerkrankungen gut geeignet sind. Hier sollten Betroffene besonders Ausschau nach entzündungshemmenden Lebensmitteln und Gewürzen halten. Dazu gehören beispielsweise Leinsamen mit den wertvollen Omega-3-Fettsäuren, Gemüse, Obst, fettarmes Geflügelfleisch und fetter Fisch wie beispielsweise Lachs, Hering oder Makrele in Bio-Qualität, Vollkornprodukte sowie Bio-Eier und fettarme Milchprodukte.

Bei Gewürzen haben insbesondere Kurkuma, Kreuzkümmel, Zimt und Salbei eine antientzündliche Wirkung. Auch probiotische Lebensmittel sind empfehlenswert, denn sie stärken die guten Bakterien der Darmflora. Zu ihnen gehören beispielsweise Joghurt, Kefir, Sauerkraut oder auch Kimchi.

Quelle: ntv.de, imi

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