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Sie haben es geschafft: Das Leck ist abgedichtet. Erstmal.
Sie haben es geschafft: Das Leck ist abgedichtet. Erstmal.(Foto: picture alliance / dpa)
Mittwoch, 06. April 2011

Langfristiger Erfolg nicht garantiert: Was ist Flüssigglas?

Im japanischen Katastrophenkraftwerk Fukushima haben Arbeiter die Lecks mit Wasserglas gefüllt. Es soll das Ausweichen radioaktiver Substanzen stoppen. Doch was ist dieses flüssige Glas eigentlich? Was hat es für Eigenschaften, und ist der Stoff zum Reparieren von Atomreaktoren geeignet? Dazu einige Informationen.

Bleich- und Bindemittel

Das sogenannte Wasserglas wurde 1818 vom deutschen Chemiker Johann Nepomuk von Fuchs erfunden und dient als Bindemittel. Es existiert sowohl in flüssiger als auch fester Form und besteht aus gelösten Natriumsilikaten. Festes Wasserglas sieht wie normales Flaschenglas aus und verhält sich physikalisch ähnlich.

In der Praxis wird Wasserglas meist für die Papierbleiche eingesetzt oder als Zusatz für Waschmittel. Beim Bau kann man es als Zusatzstoff benutzen. Es lässt Baustoffe schneller hart werden und sorgt dadurch für mehr Stabilität.

Unklarer Erfolg

Obwohl das in Japan eingesetzte Wasserglas die Lecks derzeit abzudichten scheint, sind sich Experten über den langfristigen Erfolg nicht einig. "Ohne zu wissen, was für eine Art Wasserglas in Fukushima verwendet wurde, kann man wenig zu dem Erfolg der Anwendung sagen", erklärt der Mineraloge Hans Roggendorf von der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg. "Es kommt darauf an, welche Stoffe gebunden wurden."

Ein Experte eines Wasserglas-Produzenten zeigt sich dagegen optimistischer. "Wasserglas wird oft als Dichtungsmittel eingesetzt, und obwohl genaue Testergebnisse zu der Verträglichkeit mit radioaktiver Strahlung noch nicht vorliegen, sind die Aussichten definitiv erfolgsversprechend", sagte der Fachmann, der seinen Namen nicht genannt wissen wollte.

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Quelle: n-tv.de