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Unkontrollierbare Schlafattacken Was ist Narkolepsie?

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Narkolepsie tritt in seltenen Fällen bereits im Kindesalter auf.

(Foto: picture alliance / dpa)

Narkolepsie ist eine seltene neurologische Krankheit, die im Volksmund auch als Schlafkrankheit oder Schlummersucht bezeichnet wird. Sie ist eine chronische Krankheit, die oftmals während der Pubertät zum ersten Mal auftritt. Experten nehmen an, dass rund 0,1 Prozent der Deutschen daran leiden, die Hälfte von ihnen jedoch, ohne einen Namen für ihre Erkrankung zu kennen. Auch Katzen, Hunde und Mäuse können an der Schlummersucht erkranken. Die Krankheit entwickelt sich über einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren schleichend. Der unbeherrschbare Einschlafdrang bedeutet für Betroffene eine enorme Minderung der Lebensqualität und macht einen normalen Alltag fast unmöglich. Narkolepsie trifft Männer und Frauen gleichermaßen.

Ursachen der Schlafkrankheit

Narkolepsie ist organisch und genetisch bedingt  Als Ursache wird die Störung des Wach-Schlaf-Rhythmus im Hirnstamm vermutet. Jüngste Untersuchungen gehen davon aus, dass Narkolepsie eine Autoimmunerkrankung ist. Das eigene Immunsystem soll dabei Nervenzellen zerstören, die für die Bildung des Botenstoffes Orexin verantwortlich sind. Orexin ist für das Wachsein zuständig. So wird der Wach-Schlaf-Rhythmus ein Leben lang gestört. Die genauen Ursachen der Erkrankung konnten bisher wissenschaftlich jedoch nicht bewiesen werden. Seit einiger Zeit steht das Schweinegrippe-Impfstoff Pandemrix im Verdacht, Narkolepsie auszulösen. Auch hierzu fehlen wissenschaftliche Untersuchungen.

Symptome der Schlafkrankheit

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Von ihren Mitmenschen werden Narkolepsie-Betroffene oftmals ungerecht als Schlafmützen oder Faulpelze mit ungezügelter Lebensführung abgetan.

(Foto: picture alliance / dpa)

Menschen mit Narkolepsie leiden an ständig erhöhter Tagesmüdigkeit, plötzlicher Tagesschläfrigkeit mit "Schlafattacken", dem sogenannten imperativer Einschlafdrang, Kataplexien, also dem plötzlichen Verlust der Muskelspannung, sehr lebhaften Träumen sowohl nachts als auch tagsüber, Schlaflähmungen und automatischen Handlungen. Durch automatische Handlungen können sich betroffene in große Gefahren bringen, denn sie versuchen, trotz einer Schlafattacke ihre Handlungen fortzusetzen. So kann es zu Unfällen und Verletzungen kommen. Manchmal gaukelt das Gehirn währenddessen auch noch Traumbilder vor.

Das Gesamtbild der Symptome bilden sich individuell und eher schleichend aus. Es gibt unspezifische und spezifische Symptome der Schlafkrankheit. Viele Betroffene werden mitten am Tag von regelrechten Schlafanfällen überrascht, gegen die sie nichts machen können. Dabei tritt augenblicklich die sogenannte REM-Schlafphase ein, ohne dass es die sogenannten Non-REM-Stadien gibt, die Menschen normalerweise  beim Einschlafen durchlaufen. Die Kataplexien reichen von einem Weichwerden der Knie und der Gesichtsmuskeln bis hin zum vollständigen Zusammensinken des Patienten. Kataplexien, auch als narkoleptische Lähmung bekannt, können durch große Aufregungen, positive wie negative, ausgelöst werden.

Therapiemöglichkeiten

Bisher ist Narkolepsie nicht heilbar. Mit verschiedenen Wirkstoffen, wie Amphetaminen und dem Narkolepsie-Präparat Modafinil wird versucht, sowohl die Einschlafattacken als auch die Kataplexien unter Kontrolle zu halten. Jedoch können die Medikamente nicht das Niveau von Wachsein bewirken, wie vor Beginn der Erkrankung. Narkolepsie-Kranken kann zudem helfen, sich mehrmals am Tag für ein kurzes Schläfchen hinzulegen. Auch ein geeigneter Arbeitsplatz, gleitende Arbeitszeiten und die Aufklärung der Kollegen und Vorgesetzten können das Leben von Narkolepsie-Patienten erheblich erleichtern. Menschen mit Schlafkrankheit sind intellektuell genauso leistungsfähig wie gesunde Menschen.

Quelle: ntv.de