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Zeichen für NervenschädenWenn es kribbelt

21.03.2007, 09:40 Uhr

Eine Schädigung von Nerven außerhalb des Rückenmarks oder Gehirns beginnt meist schleichend mit einem Kribbeln in Füßen und Händen.

Eine Schädigung von Nerven außerhalb des Rückenmarks oder Gehirns beginnt meist schleichend mit einem Kribbeln in Füßen und Händen. Später kommen bei der so genannten Polyneuropathie Empfindungsstörungen in Beinen und Armen hinzu.

Das teilt die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) in Neuss mit. "Viele Patienten beschreiben die Symptome als 'Ameisenlaufen' oder 'Pelzigkeitsgefühl'", erläutert Prof. Hans-Christoph Diener, Sprecher der DGN.

Im späteren Stadium kann es laut Prof. Diener zu anhaltenden brennenden oder zu blitzartig einschießenden Schmerzen kommen, die meist in Ruhe auftreten. Auch fühlten sich die Extremitäten wie "elektrisiert" an oder würden taub. "Ähnlich wie bei einem Kabel, dessen Isolierung kaputt ist, sind bei der Polyneuropathie die Ummantelungen der Nervenfortsätze zerstört. Manchmal gehen auch die Fortsätze selber zu Grunde", erklärt der Direktor der Klinik für Neurologie in Essen.

Als Folge melden die Nerven Reize, die es gar nicht gibt oder leiten vorhandene Reize nicht mehr weiter. "Sind Nerven betroffen, die die Muskeln versorgen, kann es auch zur Muskelschwäche, Muskelschwund oder Muskelkrämpfen kommen", sagt der Neurologe. Ist das vegetative Nervensystem geschädigt, können Potenzstörungen, Blasenschwäche, Herzrhythmusstörungen oder der Wechsel von Verstopfung und Durchfällen Anzeichen einer Neuropathie sein.

Die häufigsten Auslöser dieser Erkrankung sind die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und chronischer Alkoholmissbrauch. Darüber hinaus gibt es viele andere Ursachen: Medikamentennebenwirkungen, Borreliose und andere Infektionskrankheiten, Stoffwechselerkrankungen, Vitaminmangel, Krebsleiden und Bindegewebserkrankungen. Bei einem Teil der Betroffenen handelt es sich um eine Erbkrankheit. Wer entsprechende Symptome an sich bemerkt, sollte laut DGN zeitnah einen Neurologen aufsuchen.