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Klebrige Füße für die Haftung Wie Frösche ihre Sohlen reinigen

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Baumfrösche mit dem Namen Boophis tsilomaro aus Madagaskar.

(Foto: picture alliance / dpa)

Baumfrösche haben klebrige Füße – und das ist gut so, denn es ermöglicht ihnen Wände und Decken entlang zu laufen. Doch es liegt in der Natur der Sache, dass auch Schmutz - der die Haftung reduziert - daran kleben bleibt. Schottische Forscher gehen der Frage nach, wie es den Fröschen gelingt, immer wieder saubere Füße zu bekommen.

Wie erhalten sich Baumfrösche die Haftkraft ihrer Füße, obwohl oft Sand, Staub und feine andere Schutzteilchen daran haften bleiben? Das Abputzen sei schließlich keine Option, wenn einen bloß die eigenen Füße an sehr steilen und mitunter glatten Oberflächen halten. Diese Frage haben sich Thomas Endlein und Niall Crawford von der Universität von Glasgow gestellt. Ihre Antwort im "Journal of Experimental Biology" (Bd. 215, S. 3925): Die Tiere schieben ihre Füße auf dem Boden ein Stück zur Seite, um den Schmutz abzustreifen.

Die Selbstreinigungskraft der Natur ist ein Vorbild für viele technische Lösungen. Lotusblätter sind mit einer Oberfläche ausgestattet, die es Wasser schwer macht, sie zu benetzen. Der nächste Regen spült den Schmutz dann von der Oberfläche.

Die Baumfrösche haben einen feinen, leicht klebrigen Haftfilm an ihren verbreiterten Zehen. Sie halten sich damit lange Zeit an sehr steilen Glasflächen. Als die Forscher die Froschfüße in mikroskopisch feine Glasperlen tauchten, ging die Haftkraft sofort und ganz verloren. Sie kehrte auch nicht zurück, als sie den Froschfuß mehrere Mal leicht von oben auf die Scheibe drückten. So verschwand der Schutz also nicht.

Daraufhin bildete das Team die Fußbewegungen der Frösche viel genauer nach: Gleich nach dem Aufsetzen der Füße drehen die Frösche den Fuß ganz leicht seitlich. Nach fünf solcher Schritte hatten die Frösche bereits wieder 20 Prozent des ursprünglichen Halts. Die Scherkräfte beim seitlichen Verschieben entfernten schließlich alle künstlichen Schmutzpartikel.

Quelle: ntv.de, dpa