Überschätzte TherapieWundschutz mit Vakuum
Der Wert der bei der Wundversorgung eingesetzten Vakuumtherapie wird weit überschätzt, das ergab die Auswertung von elf Studien.
Der Wert der bei der Wundversorgung eingesetzten Vakuumtherapie wird weit überschätzt. Eine Auswertung der Studienlage kommt zu dem Schluss, dass das aufwendige Verfahren, das bei chronischen Wunden wie etwa Druckgeschwüren, diabetischem Fuß oder Venenschwäche angewandt wird, keinen klaren medizinischen Nutzen bietet.
Bei der Vakuum- oder VAC-Therapie (Vacuum Assisted Closure) wird zunächst ein Schwamm auf die Wunde aufgetragen, die dann mit Folie versiegelt wird, wobei eine mit einem Schlauch versehene Pumpe einen Unterdruck unter der Abdeckung erzeugt. Dieses Vorgehen soll die Sauerstoffversorgung des Gewebes verbessern, Bakterien entfernen und die Bildung von Stoffen zur Wundheilung anregen.
Nach der Prüfung von elf Studien kamen die Herausgeber des britischen "Drug and Therapeutics Bulletin (DTB)" zu dem Schluss, dass die klinische Wirksamkeit dieser Therapie unklar ist. Viele der ausgewerteten Untersuchungen seien methodisch sehr mangelhaft, bemängelt die Zeitschrift. Für eine beschleunigte Wundheilung etwa nach Hauttransplantationen oder diabetischem Fuß gebe es keinen eindeutigen Beweis.