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Mathematische Modellrechnung Zombies sind wie Infektionen

Wer einer Zombieattacke Herr werden will, sollte der Invasion der Untoten möglichst schnell und entschlossen entgegentreten. Anderenfalls ist es nur eine Frage weniger Tage, bis die Stadt von den Untoten übernommen wird. Das berichten kanadische Epidemiologen nach einer mathematischen Analyse, der sie jene Eigenschaften zugrunde gelegt haben, die solchen Monstren zugeschrieben werden. Das Team um Philip Munz von der School of Mathematics and Statistics an der Carleton University im kanadischen Ottawa stellt seine Resultate in dem Buch „Infectious Disease Modelling Research Progress“ vor.

Ein Teilnehmer der Zombie Parade in Frankfurt am Main.

Zombies sind fiktive Figuren, die die Fantasie von Menschen beflügeln. Ein Teilnehmer der Zombie Parade in Frankfurt am Main.

(Foto: Reuters)

Ihre Zusammenfassung: „Wir zeigen, dass nur schnelle aggressive Attacken das Szenario eines Weltuntergangs abwenden können: Den Kollaps der Gesellschaft durch die Übernahme von Zombies.“ Der ernste Hintergrund der Analyse: Die Forscher wollen mit ihren Berechnungen simulieren, wie die Ausbreitung von Infektionskrankheiten effektiv verhindert werden kann. Die kanadischen Epidemiologen erachten es als nötig, ihrem Publikum den Gegenstand der Analyse zu erläutern: „Ein Zombie ist eine wiederbelebte menschliche Leiche, die sich vom Fleisch lebender Menschen ernährt.“ Seinen Ursprung habe der Glaube an Untote im Voodoo-Kult. Auch im Mittelalter spielte er eine Rolle. Der Biss einer solchen Kreatur infiziert das Opfer, das dann binnen 24 Stunden selbst zum Menschenfresser wird. So kommt eine Lawine in Gang, die sich in einschlägigen Filmen als schleimige, scharfzähnige, blutbesudelte Ekelmenge durch die Häuserschluchten zerstörter Städte wälzt.

Beim ersten Kontakt ausschalten

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Die sogenannten Untoten sind ihrer Seele beraubt worden.

(Foto: REUTERS)

Munz und seine Kollegen bildeten das „Vorgehen“ der Zombies in einem mathematischen Modell nach. Dabei ist auch berücksichtigt, dass ein potenzielles Opfer seiner Umwandlung entgehen kann, wenn es den Zombie beim ersten Kontakt ausschaltet – als sichere Methode dafür gilt es, dem Monstrum den Kopf abzuschlagen. Das fällt dem Ungeübten leider meist schwer, und daher gelingt der entscheidende Streich nur in wenigen Fällen, bevor der verheerende Speichel der Zombies im Opfer seine verheerende Wirkung entfaltet. Mithin weisen die Formeln und Grafiken auch eine rasch wachsende Zombie-Population aus. Das Computerprogramm liefern die Forscher gleich mit.

Für gewöhnlich bilden Epidemiologen reale Infektionskrankheiten ab. Das tut auch Professor Neil Ferguson vom Imperial College in London. Er ist einer der Berater der britischen Regierung in Sachen Schweinegrippe, deren Verbreitung ebenfalls vielfach im Rechner nachgebildet ist. Der britischen BBC sagte Fergusson: „Mein Verständnis von der Zombie-Biologie sagt mir, dass ein Zombie für alle Zeiten tot ist, wenn man es schafft, ihm den Kopf abzuschlagen. Daher sind sie [die Autoren der Studie] ein bisschen überpessimistisch wenn sie schließen, dass Zombies eine Stadt in drei bis vier Tagen übernehmen könnten.“ Seine kanadischen Kollegen fassen ihre Analyse wie folgt zusammen: „Der effektivste Weg, den Aufstieg der Zombies einzugrenzen, ist es, die Untoten hart und oft zu treffen“ – eine Einschätzung, die sich beim Blick auf die entsprechenden Genrefilme zweifellos bestätigt.

Quelle: ntv.de, dpa

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